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Leitartikel - Was hat der amerikanische Automobil-Magnat Henry Ford mit dem deutschen „Großschriftsteller“ Günter Grass zu tun? Lesen Sie als Einführung zur Geschichte-Seite den Leitartikel.

Zeittafel IV zur deutschen Geschichte: 1800 - 2000 (Teil C: 1919 - 1945)

"Weimarer Republik" und "Drittes Reich": Deutschland von 1919 bis 1945

1918 (9. November) Ausrufung der Republik:
am Tag der Abdankung Kaiser Wilhelms II. ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann in Berlin die "Deutsche Republik" aus; die 1916 als Abspaltung von der SPD entstandenen kommunistischen "Spartakisten" Karl Liebknechts versucht durch eine zweite Republik-Verkündung, den Zusammenbruch der Monarchie für die Eröffnung der Revolution auszunutzen
Die Frauenrechtlerin Rosa Luxemburg wurde, zusammen mit ihrem kommunistischen Genossen Karl Liebknecht, 1919 in den Wirren der Reublik-Gründung verhaftet und getötet.


Friedrich Ebert, Kanzler der Übergangszeit von der Monarchie zur Republik, dann bis zu seinem Tode 1925 erster Reichspräsident


General Erich Ludendorff, neben Feldmarschall Hindenburg wichtigster Heeresführer des 1. Weltkrieges, war während der Zeit der Weimarer Republik an mehreren Attacken von rechts gegen das verhaßte System beteiligt


Eine andere ständige Bedrohung für den Bestand der Weimarer Republik: die kommunistische Partei (KPD) mit ihrem Anführer Ernst Thälmann


Außenminister Walther Rathenau, verantwortlich für den Rapallo-Vertrag, wurde 1922 von rechten Republik-Gegnern ermordet

1918 (11. November) Besiegelung des Waffenstillstands an allen Fronten - der Krieg ist beendet
1918 (Dezember) der neue Reichskanzler Friedrich Ebert (SPD) läßt die Arbeiter- und Soldatenaufstände in Berlin durch Truppen der Reichswehr gewaltsam beenden; bei weiteren revolutionären Unruhen im Januar 1919 werden
die Spartakusbund-Führer Liebknecht und Rosa Luxemburg von Freikorps-Offizieren verhaftet und in der Gefangenschaft getötet

1919 (Januar) Wahl zur Nationalversammlung, erstmals in der deutschen Geschichte unter Beteiligung der Frauen: die SPD wird stärkste Partei und kann zusammen mit dem katholischen Zentrum und der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) die Regierung bilden
1919 (Februar) Wahl Friedrich Eberts zum ersten Reichspräsidenten
1919 (22. Juni) in Weimar beschließt die Nationalversammlung die neue Verfassung - daher der Name "Weimarer Republik"
1919 (28. Juni) "Versailler Friedensvertrag":
angesichts der Drohung der Alliierten, den Krieg erneut zu eröffnen und nach Deutschland einzumarschieren, sieht die SPD-Regierung sich gezwungen, das von den Siegern allein ausgehandelte und den Deutschen ohne Mitspracherecht diktierte Vertragswerk zu unterzeichnen;
die erpreßte Annahme des Versailler Diktats belastet die Republik und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung von Anfang an schwer; die Hauptbestimmungen lauten:

1. der Kaiser sowie mehrere Generäle und Politiker sollen als "Kriegsverbrecher" ausgeliefert werden
2. Deutschland muß rund 70.000 km² Territorium abtreten, hauptsächlich an Polen, Frankreich und Belgien
3. die deutsche Stadt Danzig wird unter Völkerbundsmandat gestellt und damit polnischem Einfluß ausgeliefert
4. alle deutschen Kolonien müssen an die Siegermächte abgegeben werden
5. sämtliches Kriegsmaterial ist an die Alliierten auszuliefern
6. die künftige deutsche Armee bleibt auf ein Berufsheer von 100.000 Mann beschränkt
7. alle alliierten Kriegsgefangenen müssen von Deutschland sofort freigelassen werden, während die deutschen Gefangenen erst später heimkehren dürfen
8. große Teile des deutschen Rheinlandes sollten auf unbestimmte Zeit von französischen und englischen Truppen besetzt bleiben
9. Deutschland (und seinen Verbündeten) wird die alleinige Kriegsschuld zugewiesen, mit der Konsequenz, das es Reparationszahlungen in Höhe von 269 Milliarden Goldmark in 42 Jahresraten zu zahlen haben würde (1921 revidiert: 132 Mrd.)
10. Österreich muß Südtirol an Italien abtreten und darf sich nicht mehr an das Deutsche Reich anschließen; die Donaumonarchie wird zerstückelt und in autonome Kleinstaaten aufgelöst

1920 Kapp-Putsch: unter der Führung des ostpreußischen Politikers Kapp bildet eine Gruppe aus Reichswehroffizieren und Freikorps-Angehörigen in Berlin eine Gegenregierung; obwohl Heeresleiter General von Seeckt nicht eingreift, bricht der Putsch nach wenigen Tagen unter einem Generalstreik der Gewerkschaften und Beamten zusammen.

1921 eine Volksabstimmung ergibt, daß die Mehrheit der Bevölkerung Oberschlesiens bei Deutschland bleiben will; trotzdem wird das Gebiet geteilt und wichtige Industrieregionen mit 400.000 deutschen Einwohnern dem neuen polnischen Staat zugeschlagen
1922 Abschluß des "Rapallo-Vertrags" zwischen Deutschland und Sowjetrußland: Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, Handelsabkommen, gegenseitiger Verzicht auf Kriegsentschädigungen
1922/23 Wirtschaftskrise und Hyper-Inflation in Deutschland (Stand 15.11.1923: 1 US-Dollar = 4200 Milliarden Mark); die Alliierten verlangen die im Versailler Diktat festgesetzten Reparationen, Deutschland ist außerstande, sie zu erbringen
1923 (Januar) Einmarsch französischer und belgischer Truppen in das Ruhrgebiet, um gewaltsam deutsche Reparationsleistungen in 'Naturalien' (Rohstoffe, Industrieprodukte) einzutreiben; Reichskanzler Cuno fordert das Volk zu passivem Widerstand auf, England und die USA protestieren gegen das Vorgehen Frankreichs, dennoch dauert die Besatzung bis 1925 an
1923 (September) Reichskanzler Gustav Stresemann bricht den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung ab und verhängt den Ausnahmezustand; die linksradikalen Regierungen Sachsens und Thüringens sowie das monarchistische Bayern erkennen die Beschlüsse der Berliner Reichsregierung nicht an, General von Seeckt zerschlägt mit der Reichswehr die kommunistischen Aufstände
1923 (November) "Hitler-Putsch":
mit der Unterstützung von Teilen der bayerischen Landesregierung und des ehemaligen Generals und Kriegshelden Ludendorff versucht Adolf Hitler, Führer der 1920 gegründeten Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NSDAP), von Bayern aus die Macht in Deutschland zu übernehmen; das Unternehmen bricht zusammen, weil von Seeckt erstmalig die Reichswehr gegen einen Putschversuch von rechts einsetzt und Hitlers "Marsch auf die Feldherrnhalle" niederschießen läßt;
Hitler wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er als ehemaliger Soldat ein Jahr in Festungshaft absitzen muß - er nutzt die Zeit und schreibt in der Gefangenschaft sein politisches Programm nieder: "Mein Kampf"

Adolf Hitler mit General Ludendorff vor Beginn des Prozesses gegen die Rädelsführer des Münchner Putschversuchs von 1923


Gustav Stresemann, die herausragende politische Gestalt in den verhältnismäßig ruhigen Jahren von 1923 bis 1929


Der 'Notverordnungs-Kanzler' Heinrich Brüning (Zentrumspartei)

1925 Tod Friedrich Ebert und Wahl des 78-jährigen Generalfeldmarschalls a.D. Paul von Hindenburg zum neuen Reichspräsidenten (als Kandidat der konservativen und rechten Parteien)
1926 Außenminister Stresemann schließt im schweizerischen Locarno mit den Siegermächten einen Vertrag über die Unverletzlichkeit der bestehenden Westgrenzen, erreicht aber immer noch keine Räumung des Rheinlandes von fremden Truppen; die rechte Opposition läuft Sturm gegen diese Preisgabe deutscher Gebietsansprüche
1928 erster bemerkenswerter Wahlerfolg der NSDAP: die Partei erzielt 2,6% und zieht mit 12 Abgeordneten in den Reichstag ein
1929 der "schwarze Freitag" und die darauffolgende Wirtschaftskrise treffen auch Deutschland schwer: viele Firmen und Banken brechen zusammen, die Arbeitslosigkeit steigt von 1,6 Millionen bis 1931 auf 4,3 Millionen, bis Anfang 1933 auf über 6 Millionen an;
mit der Annahme des "Young-Plans" durch Stresemann werden die deutschen Reparationen auf 115 Mrd. Mark 59 Jahresraten festgelegt, im Gegenzug soll das Rheinland bis 1930 von den Alliierten freigegeben werden
1929 (Oktober) Tod Gustav Stresemanns
1930 (März) Präsident von Hindenburg ernennt auf Grund seiner herausragenden verfassungsmäßigen Stellung den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Reichskanzler, ob wohl dieser sich nicht auf eine Mehrheit im Parlament stützen kann; Brüning regiert mit Hindenburgs präsidialer Macht im Rücken, das Parlament jederzeit auflösen zu können, durch Notverordnungen, d.h. ohne bzw. gegen den Reichstag
1930 (September) bei der Reichstagswahl wächst die Zahl der NSDAP-Abgeordneten von 12 auf 107 (18,3%) an, die der Kommunisten von 54 auf 77 (13,1%) - noch haben die demokratischen Parteien zusammen eine überwältigende Mehrheit im Volk; ungeachtet des Wahlausgangs läßt Hindenburg den Kanzler Brüning weiter regieren
1932 (April) Paul von Hindenburg wird als Reichspräsident für weitere 7 Jahre wiedergewählt, diesmal als Kandidat der SPD und der demokratischen Parteien gegen Hitler, den Kandidaten der deutschnationalen Parteien, und den kommunistischen Anwärter Ernst Thälmann
1932 (Mai) nach einer Vertrauenskrise wird Brüning vom Reichspräsidenten entlassen und der rechtskonservative Zentrums-Abgeordnete Franz von Papen mit dem Amt des Reichskanzlers betraut

Franz von Papen sollte im "Kriegsverbrecher-Prozeß" 1945/46 als einer der Hauptangeklagten verurteilt werden, weil er Hitler mit zur Macht verholfen hatte, wurde aber freigesprochen.


General Kurt von Schleicher, ein enger Vertrauter Hindenburgs und als Reichskanzler der letzte Versuch, Adolf Hitler von der Macht fernzuhalten


30. Januar 1933: Siegesfeier nach der "Machtergreifung"


Reichstagsbrand


Polizei- und SS-Führer Heinrich Himmler

links: Selbstinszenierung Hitlers und Propaganda-Auftritte mit dem "Marschall des Volkes" Hindenburg nach der Machtergreifung

1932 (Juli bis November) die Reichstagswahl bringt das bislang höchste Ergebnis für Hitlers NSDAP, die zur stärksten Partei wird: 230 Abgeordnete (37,8%) - Hermann Göring als Vertreter der größten Fraktion wird Parlamentspräsident;
Hitler fordert von Hindenburg den Regierungsauftrag, wird aber schroff abgewiesen; von Papen regiert weiter, doch erleidet er im September eine verheerende Niederlage in einer Vertrauensabstimmung, woraufhin der Präsident den Reichstag sofort auflöst, damit von Papen im Amt bleiben kann;
von Papen versucht Hindenburg zu überreden, überhaupt nicht mehr neu wählen zu lassen, doch der Präsident lehnt den Verfassungsbruch ab; bei der Neuwahl im November verliert Hitler 4 Millionen Stimmen, die NSDAP bleibt dennoch stärkste Partei mit 196 Abgeordneten (33,1%)

1932 (Dezember) nach dem endgültigen Scheitern von Papens ernennt Hindenburg den parteilosen General Kurt von Schleicher zum Reichskanzler, der das Ziel verfolgt, den Nationalsozialisten durch ein massenhaftes Arbeitsbeschaffungsprogramm den Wind aus den Segeln zu nehmen oder sie zu spalten
1933 (30. Januar) Hitlers "Machterfreifung":
nachdem Hindenburg sich durch Franz von Papen und andere von der 'Gefährlichkeit' der Pläne Schleichers hat überzeugen lassen, verweigert er seinem Kanzler eine erneute Reichstags-Auflösung und entscheidet sich für die scheinbar letzte noch verbliebene Möglichkeit einer stabilen Regierungsbildung - er beruft ` Adolf Hitler zum Reichskanzler;
Hitler bildet mit Franz von Papen als Vizekanzler ein Kabinett der "nationalen Einigung", dem zunächst außer dem Kanzler selber nur zwei Nationalsozialisten, Hermann Göring und Wilhelm Frick, außerdem mehrere Minister von der Deutsch-Nationalen Volkspartei (DNVP) und Parteilose angehören;
verabredungsgemäß löst der Reichspräsident das Parlament auf, um einige von Hitler gewünschte Notverordnungen über die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich zu erlassen und den Weg für Neuwahlen freizumachen

1933 (Februar) eine Woche vor der Parlamentswahl setzt der niederländische Anarchist Marinus van der Lubbe das Berliner Reichstagsgebäude in Brand, beschwört damit Befürchtungen weiterer kommunistischer Aufstandsversuche herauf und gibt Hitler die Gelegenheit zu Maßregeln gegen die Oppositionsparteien
1933 (5. März) in der letzten freien Wahl bis 1949 erreicht die NSDAP wiederum keine absolute Mehrheit, sondern ist mit ihren 43,9% auf die 8% der Stimmen für die DNVP angewiesen
1933 (20. März) nahe Dachau läßt der SS-Führer und bayerische Polizeichef Himmler das erste "Konzentrationslager" einrichten, ein Freiluftgefängnis, das zunächst hauptsächlich für die vielen bereits verhafteten und noch festzunehmenden Kommunisten und Sozialdemokraten bestimmt war
1933 (23. März) der Reichstag verabschiedet geschlossen, mit Ausnahme der 94 anwesenden SPD-Abgeordneten, das "Ermächtigungsgesetz", mit dem sich das Parlament selbst entmachtet und der Regierung Hitler Gesetzgebungsvollmacht erteilt
seit Mai 1933 Liquidation sämtlicher Parteien außer der NSDAP: KPD und SPD werden verboten, die übrigen lösen sich - teilweise unter Zwang - selbst auf, die Neugründung von Parteien wird als "hochverräterisch" verboten; die Gewerkschaften werden zur "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) zusammengefaßt (1934); der 1. Mai wird als "Tag der nationalen Arbeit" gesetzlicher Feiertag, womit Hitler eine langjährige Forderung der politischen Linken erfüllt
1933 (Dezember) die NSDAP wird per Gesetz zur Staatspartei mit amtlichen Funktionen erklärt

1934 (Juni/Juli) der "Röhm-Putsch":
um einem möglicherweise geplanten Putsch des sozialrevolutionären 'linken' Flügels der NSDAP unter Führung des SA-Chefs Ernst Röhm zuvorzukommen und um die führenden Reichswehr-Generäle hinsichtlich der Gefahr zu beruhigen, die vom Millionenheer bewaffneter SA-Männer ausgeht, läßt Hitler den Anführer Ernst Röhm, mehrere hundert weiterer SA-Mitglieder sowie einige andere politische Gegner verhaften und hinrichten; zu den Opfern gehören auch General von Schleicher und Hitlers Putschkamerad von 1923, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Gustav von Kahr;
Reichswehr-Minister von Blomberg zeigt sich befriedigt darüber, daß die SA durch den Verlust ihrer wichtigsten Führer gezähmt ist und keine Rolle mehr spielen wird
SA-Führer Ernst Röhm


Der Weltkriegs-Heros und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847 - 1934)


Einweihung des ersten fertiggestellten Autobahn-Teilstücks durch den "Führer"

1934 (August) Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg; Hitler übernimmt das Präsidentenamt zusätzlich und läßt sich in seiner Doppelfunktion als "Führer und Reichskanzler" titulieren
1935 (Januar) das Saarland, seit dem Versailler Diktat unter französischer Verwaltung, kehrt zu Deutschland zurück, nachdem sich in einer Volksabstimmung über 90% der Saarländer dafür ausgesprochen haben
1935 (März) Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (gegen das Verbot des Friedensvertrags von 1919)
1935 (Mai) das erste fertiggestellte Teilstück der seit den 20er Jahren geplanten Reichsautobahn wird für den Verkehr eröffnet (Frankfurt - Darmstadt)
1935 (Juni) Umbenennung der Reichswehr in "Wehrmacht"
1935 (September) auf dem Reichsparteitag wird beschlossen, die schwarz-rot-goldene Flagge der Republik durch die kaiserlichen Farben schwarz-weiß-rot (mit Hakenkreuz) zu ersetzen;
das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" (Nürnberger Rassegesetz) verbietet Eheschließungen und sexuellen Verkehr zwischen Juden und Nichtjuden; das "Reichsbürger-Gesetz" schreibt einen "Arier-Nachweis" für staatliche Bedienstete vor und schließt die Juden von allen öffentlichen Stellungen und von der deutschen Staatsbürgerschaft aus
1936 (Februar) bei einer Automobilausstellung verkündet Hitler seinen Willen, einen "Volkswagen" bauen zu lassen
1936 (März) Hitler kündigt den Locarno-Vertrag und läßt die Wehrmacht in das seit 1919 entmilitarisierte Rheinland einrücken; Völkerbund und Siegermächte protestieren, wagen es aber nicht, Sanktionen gegen Deutschland zu verhängen
1936 (August) die Olympische Spiele in Berlin, von Adolf Hitler eröffnet, tragen dem "neuen Deutschland" internationales Prestige ein
Die Reichswehr nimmt das Saarland wieder für Deutschland in Besitz


Opern-Liebhaber Hitler zu Besuch in Bayreuth bei Winifred Wagner, der Schwiegertochter des Komponisten (1936)


Der italienische Staatschef Benito Mussolini auf Staatsbesuch in Berlin


feierliche Vorstellung der ersten "Volkswagen"-Autos


brennende Synagoge in Berlin

1936 (November) "Antikommintern-Pakt": deutsch-japanisches Bündnis gegen die kommunistische Internationale
1937 (10. Januar) nach München-Salzburg und anderen Teilstrecken wird nun auch der wichtige Autobahnabschnitt Berlin-Hannover für den Verkehr freigegeben; durch Großprojekte wie den Autobahnbau und die Wiederaufrüstung ist die Arbeitslosigkeit praktisch auf Null gesunken
1937 (30. Januar) Hitler will diejenigen Minister, die noch nicht Parteimitglieder sind, in die NSDAP aufnehmen; Post- und Verkehrsminister Rübenbach bekundet, er habe nicht die Absicht, in die Partei einzutreten
1937 (5. Mai) Stapellauf des Kreuzfahrtschiffs "Wilhelm Gustloff", das die Organisation "Kraft durch Freude" (die Freizeit-Abteilung der Deutschen Arbeitsfront, siehe oben) hat bauen lassen, um einfachen Arbeitern und Angestellten Schiffsreisen zu ermöglichen
1937 (18. Mai) Himmler als Polizeichef verbietet per Erlaß, im betrunkenen Zustand Auto zu fahren; darüberhinaus ist es Parteimitgliedern (aber nur diesen!) verboten, schneller als 100 km/h zu fahren - damit sollen Benzin und Reifen gespart werden
1937 (September) Staatsbesuch des italienischen Regierungschefs Mussolini in Deutschland; seit 1935 bestehen intensivere politische Beziehungen zwischen dem deutschen Diktator und seinem faschistischen Vorbild; beiden unterstützen 1936 im spanischen Bürgerkrieg den Putsch-General Francisco Franco, der Spanien bis 1975 diktatorisch regieren wird
1938 (Januar) unter dem Vorwand einer "unstandesgemäßen" Eheschließung Blombergs entläßt Hitler seinen Reichswehr-Minister und übernimmt selber das Oberkommando der Wehrmacht
1938 (März) Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich:
um zu verhindern, daß der österreichische Kanzler Schuschnigg die Eigenstaatlichkeit des Landes durch eine Volksbefragung zementiert, richtet sein Innenminister Seyß-Inquart ein Telegramm an Hitler, in dem er um die Entsendung deutscher Truppen bittet;
am 21. März marschieren deutsche Soldaten unter dem Jubel der Bevölkerung in Österreich ein; Seyß-Inquart bildet eine nationalsozialistische Regierung und vollzieht den Anschluß an Deutschland; Hitler, selber Österreicher, läßt sich die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nachträglich durch Volksabstimmungen in Österreich und Deutschland absegnen (über 90% Zustimmung)

1938 (Mai) Gründung des Volkswagen-Automobilwerks in Wolfsburg; DAF-Führer Robert Ley ruft die Bevölkerung zu einer Sparaktion auf, die es jeder deutschen Familie ermöglichen soll, einen "KdF-Wagen" (VW-Käfer) zum Preis von 990 Reichsmark zu kaufen
1938 (September) nach mehreren Treffen Hitlers mit den Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs, Chamberlain und Daladier, und Mussolini kommt es zum "Münchner Abkommen": die Westalliierten gestehen Hitler zu, im Oktober in die Tschechoslowakei einzumarschieren, um das überwiegend von Deutschen bewohnte Sudetenland in Besitz zu nehmen
1938 (1. Oktober) die Wehrmacht rückt in das Sudetenland ein, Hitler wird von Konrad Henlein, dem Chef der sudetendeutschen Partei, in Eger als "Befreier" begrüßt, nachdem die deutsche Minderheit im tschechischen Staat jahrelang benachteiligt und drangsaliert worden ist
1938 (5. Oktober) Ausgabe neuer Pässe an alle Juden, in die auf Begehren der schweizerischen Regierung ein großes "J" eingestempelt ist, damit Auswanderungswillige an der Grenze leichter erkannt werden können
1938 (November) "Reichskristallnacht":
ein polnischer Jude erschießt in Paris den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath, um auf die unheilvolle Situation der Juden in Deutschland und Polen aufmerksam zu machen;
Propagandaminister Joseph Goebbels nutzt den Vorfall, indem er SA-Leute und Parteimitglieder planmäßig Gewalttaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen verüben läßt: Synagogen werden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, jüdische Bürger verprügelt und ermordet, über 20.000 verhaftet und in Konzentrationslager gesteckt;
die Geschädigten werden, soweit versichert, zunächst für materielle Verluste entschädigt, dann aber zur Zahlung einer kollektiven "Strafe" in Höhe von 1 Milliarde Mark verpflichtet; im Gefolge der Ausschreitungen werden die als "Untermenschen" diffamierten Juden mehr und mehr aus der Wirtschaft, dem Kulturleben und der Wissenschaft herausgedrängt

1939 (Januar) Ungarn schließt sich dem antikommunistischen Pakt Deutschlands, Italiens und Japans an
1939 (14./15. März) die "Zerschlagung der Rest-Tschechei":
am 14. März erklärt die Slowakei ihre Unabhängigkeit von der Tschechei; dadurch geschwächt und von Hitler im persönlichen Gespräch unter Druck gesetzt, unterschreibt der tschechische Präsident Hacha einen Vertrag über die Schaffung des "Reichsprotektorats Böhmen und Mähren"; deutsche Truppen nehmen die Tschechei in Besitz, der slowakische Diktator Tiso stellt sein Land "unter den Schutz des Reiches"
Der Reichsmarschall und Chef der Luftwaffe Hermann Göring, nach Hitler der zweitmächtigste Mann im Dritten Reich


Joachim von Ribbentrop mit Josef Stalin in Moskau

1939 (23. März) durch ein Abkommen mit Litauen gewinnt Deutschland das im ersten Weltkrieg verlorene Memelgebiet zurück
1939 (26. März) der Nichtangriffsvertrag mit Polen wird von deutscher Seite gekündigt
1939 (31. März) Premierminister Chamberlain, empört über die deutsche Verletzung des Münchner Abkommens, beendet seine Appeasement-Politik gegenüber Hitler und gibt der polnischen Regierung eine Garantieerklärung ab für den Fall, daß Polen von Deutschland angegriffen werden sollte; Frankreich schließt sich dieser Erklärung an
1939 (August) "Hitler-Stalin-Pakt":
der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop und sein sowjetischer Amtskollege Molotow unterzeichnen, für alle Welt überraschend, einen Nichtangriffvertrag; in geheimen Zusätzen wird die künftige Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion besiegelt
1939 (1. September) Beginn des zweiten Weltkrieges:
nach einem Zwischenfall in der "Freien Stadt" Danzig gibt Hitler der Wehrmacht den Angriffsbefehl; deutsche Truppen überschreiten am frühen Morgen die polnische Grenze und eröffnen das Feuer; darauf erklären England und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg; der Großteil der polnischen Armee ergibt sich binnen 2½ Wochen, Warschau kapituliert nach dreitägiger, von Hitler hämisch beobachteter Bombardierung am 27. September;
die 1919 an Polen verlorenen Gebiete werden in das Reichsgebiet eingegliedert, im übrigen deutsch besetzten Polen wird ein "Generalgouvernement" errichtet; seit dem 17. September ist die Rote Armee in Ostpolen einmarschiert, das wie die baltischen Länder von Stalin vereinnahmt wird; Ende November greifen russische Truppen Finnland an ("Winterkrieg")
1939 (November) Georg Elser, ein Einzeltäter, verübt am 8. Oktober im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler; der "Führer" entgeht dem Anschlag, weil er das Lokal vorzeitig verlassen hat
1940 (9. April) um einem Festsetzen der Briten an der norwegischen Küste zuvorzukommen und die von der deutschen Rüstungsindustrie benötigten Erzlieferungen aus Schweden zu sichern, besetzen deutsche Soldaten im Handstreich Dänemark und Norwegen; Dänemark ergibt sich kampflos und behält seine eigene Regierung, die norwegische Regierung flieht nach London und wird durch einen deutschen "Reichskommissar" ersetzt, der mit dem Anführer der norwegen Faschisten-Partei zusammenarbeitet
1940 (10. Mai) Beginn des Angriffs im Westen: unter Verletzung der Neutralität beider Länder marschieren deutsche Truppen durch die Niederlande und Belgien (Kapitulation am 15. bzw. 28. Mai), um zur französischen Ärmelkanal-Küste vorzustoßen und Dünkirchen einzunehmen, wo sich mehrere hunderttausend britische Expeditionssoldaten aufhalten;
im zweiten Abschnitt des Frankreich-Feldzuges wird die einst so gefürchtete "Maginot-Linie" von hinten aufgerollt, indem die deutschen Panzer vom Norden und Westen her auf Paris zurollen, das 14. Juni nahezu kampflos besetzt wird; der greise französische Marschall Pétain bittet um Waffenstillstand, der größte Teil Frankreichs wird von der Wehrmacht besetzt, für den unbesetzten Teil bildet Pétain eine Regierung von Hitlers Gnaden mit Sitz in Vichy;
nachdem Polen, Westskandinavien und Frankreich erobert sind, Schweden und die Schweiz Neutralität wahren und die meisten Länder Süd- und Südosteuropas mit Hitler verbündet sind, befindet sich allein noch Großbritannien im Krieg mit dem Deutschen Reich; Hitler steht im Zenit des Erfolgs und wähnt sich als genialer Feldherr
Die deutsche Wehrmacht in Paris


Feldmarschall Erwin Rommel, der Kommandeur des deutschen Afrika-Korps


Rudolf Heß, bis zu seinem rätselhaften Flug nach Schottland Hitlers Stellvertreter als "Führer"

1940 (Juli) Beginn des Luftkriegs gegen England unter der Leitung des Luftwaffenchefs und Reichsmarschalls Hermann Göring; ein Friedens- und Verhandlungsangebot Hitlers lehnt die englische Regierung am 22. Juli ab, und so werden die Luftangriffe zunächst verschärft mit dem Ziel, eine Landung deutscher Truppen in Großbritannien vorzubereiten; wegen zu hoher Verluste wird das Landungsunternehmen aber schon im September aufgegeben; es gelingt den deutschen Fliegern nicht, die Lufthoheit zu gewinnen;
der neue britische Premierminister Winston Churchill wird zu Hitlers erbittertstem und letztlich unbesiegbaren Gegner

1941 (März/April) Ausweitung des Krieges durch Angriff deutscher Truppen auf Jugoslawien und Landung in Libyen, nachdem Mussolini schon im Oktober 1940 gegen Griechenland losgeschlagen hat
1941 (Mai) Rudolf Heß, als Hitlers Stellvertreter und neben Göring designierter Nachfolger des "Führers" der dritte Mann im nationalsozialistischen Staat, fliegt allein und sehr wahrscheinlich ohne Wissen Hitlers nach Großbritannien; bis heute ist nicht geklärt, was seine Absichten waren und wer in Deutschland darin eingeweiht war; Heß wird bis Kriegsende eingesperrt
1941 (22. Juni) "Unternehmen Barbarossa":
deutscher Überraschungsangriff auf die Sowjetunion; Anfang September wird Leningrad eingeschlossen, Ende des Monats Kiew erobert und eine Großoffensive gegen Moskau begonnen, die aber bald zuerst im Schlamm, dann in der extremen Kälte des einsetzenden Winters steckenbleibt; Sinn des Rußlandfeldzugs sollte es sein, die Sowjetunion als möglichen Bündnispartner Englands auszuschalten;
der Diktator Stalin ruft das sowjetische Volk zum "großen vaterländischen Krieg" auf, und bereits ab November erfolgen Gegenoffensiven der Roten Armee an mehreren Frontabschnitten;
das Kriegsgeschehen in Rußland ist besonders grausam, indem es sich vielfach auch gegen die Zivilbevölkerung richtet, und erstmals finden Massendeportationen polnischer und russischer Juden und Vergasungen in den deutschen Konzentrationslagern im Generalgouvernement Polen statt; seit dem 1. September müssen die Juden in Deutschland und den besetzten Gebieten einen gelben "Judenstern" tragen


1941 (7. Dezember) Angriff japanischer Kampfflugzeuge auf den US-amerikanischen Militärhafen Pearl Harbor auf Hawaii; die USA und Großbritannien erklären Japan den Krieg;
dem Geist der Bündnisverträge mit Japan folgend, erklären ihrerseits Deutschland und Italien den USA den Krieg (11. Dezember) - der große, von Hitler entfesselte europäische Krieg ist zum zweiten "Weltkrieg" geworden
Reinhard Heydrich


General Paulus geht nach der Schlacht von Stalingrad in die Gefangenschaft


Propagandaminister Joseph Goebbels

1942 (Januar) die Berliner "Wannsee-Konferenz":
vor SS-Gruppenführern und Vertretern verschiedener Ministerien erläutert Reinhard Heydrich, die 'rechte Hand' des SS-Führers Heinrich Himmler, seinen Plan zur sogenannten "Endlösung der Judenfrage": alle Länder im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich sollten systematisch von den Juden "gesäubert", diese nun nicht mehr wie ursrünglich geplant nach Madagaskar, sondern nach Osteuropa deportiert, dort in Ghettos und Lagern "konzentriert" und zunächst als Arbeitskräfte ausgebeutet, letztendlich aber getötet werden; es gibt keinen direkten Beweis für einen Befehl von "oben", doch ist mit Sicherheit davon auszugehen, daß die Anweisung zur Ausrottung der Juden über Hermann Göring auf Hitler persönlich zurückzuführen ist, da Heydrichs Pläne den von Hitler in "Mein Kampf" geäußerten Absichten vollkommen entsprechen; um den beabsichtigten Völkermord weitestmöglich vor der deutschen Bevölkerung zu verheimlichen, werden alle regelrechten Vernichtungslager (Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibor, Belzec) im Süden und Osten Polens angelegt und von speziell ausgewählten SS-Einheiten geführt
1942 (27. Mai) Ermordung von Reinhard Heydrich, der neben seiner SS-Funktion auch stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ist, durch einen tschechischen Nationalisten; es folgen Racheaktionen der SS
1942 (30. Mai) erster großer Bombenangriff der britischen Luftwaffe auf eine deutsche Stadt; betroffen ist Köln, fast alle großen deutschen Städte werden in den nächsten drei Kriegsjahren folgen
1942 (Oktober) die Schlacht um die südrussische Stadt Stalingrad, die Hitler um jeden erobert und gehalten sehen will, wird zum Symbol für die Wende des Krieges: nach zunächst erfolgreichem Angriff werden die deutschen und verbündeten rumänischen Verbände unter General Paulus von Stalins Truppen eingeschlossen und müssen sich, zwei Monate lang bei eisigem Winter unter riesigen Verlusten verzweifelt auf Unterstützung wartend, Anfang Februar 1943 hungernd und völlig erschöpft ergeben; 90.000 Soldaten gehen in russische Gefangenschaft, nur 6.000 von ihnen werden bis 1955 nach und nach zurückkehren; deutsche Truppen befinden sich seither fast überall in Rußland auf dem Rückzug
1943 (18. Februar) Joseph Goebbels hält im Berliner Sportpalast seine berüchtigte Rede vom "totalen Krieg"
1943 (19./22. Februar) die Geschwister Scholl und andere Mitglieder der Münchner Studenten-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" werden verhaftet und hingerichtet
1943 (März) Kapitulation des deutschen Afrika-Korps, das Hitler unter dem Befehl des Feldmarschalls Rommel zur Verstärkung der wankenden italienischen Truppen gegen die britische Afrika-Armee geschickt hatte
1943 (Juli) Sturz der faschistischen Regierung Mussolinis; auf Befehl Hitlers wird der "Duce" von deutschen Soldaten aus Partisanenhand wieder befreit; deutsche Truppen besetzen Italien, um die alliierten Invasionen in Süditalien azuwehren
1944 (Juni) alliierte Landung in Normandie:
am frühen Morgen des 6. Juni landen unter dem Befehl General Eisenhowers amerikanische, britische und kanadische See- und Landstreitkräfte an der französischen Nordseeküste; sie durchbrechen Ende Juli mit Panzerverbänden die deutschen Verteidigungslinien, rücken am 25. August in Paris ein und im folgenden auch auf breiter Front auf Deutschland vor

Hitler-Attentäter Oberst Graf von Stauffenberg


Churchill, Roosevelt und Stalin in Jalta (1945)


Eva Braun


Großadmiral Karl Dönitz


Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet die deutsche Kapitulation


Flüchtlinge auf dem Weg nach Westen



1944 (20. Juli) Attentatsversuch auf Adolf Hitler:
in der Hoffnung, das bevorstehende Unheil einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands noch abwenden oder mildern zu können, hat sich eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren verschworen, den "Führer" zu beseitigen und eine Staatsstreich-Regierung einzusetzen; Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg deponiert bei einer Lagebesprechung im ostpreußischen Führerhauptquartier "Wolfsschanze" eine Aktentasche mit Sprengstoff neben Hitlers Platz; Hitler wird nur leicht verletzt, weil er sich zum Zeitpunkt der Explosion zu weit entfernt von der Sprengladung aufhält;
in den folgenden Wochen werden etwa 200 Angehörige des Verschwörer- und Widerstandskreises vom "Volksgerichtshof" abgeurteilt und hingerichtet, weitere rund 7000 Personen werden im Zusammenhang mit dem Anschlag verhaftet

1945 (Januar) die Rote Armee hat die deutschen Truppen bis über die Grenzen nach Deutschland zurückgedrängt: für die deutschen Soldaten ist aus dem Eroberungsfeldzug eine Kampf um die Verteidigung der Heimat geworden; die Russen zahlen die von der SS in Rußland begangenen Grausamkeiten mit doppelter Münze an die deutsche Zivilbevölkerung zurück, massenhafte Vergewaltigung von deutschen Frauen ist alltäglich
1945 (11. Februar) in Jalta auf der Krim treffen sich Stalin, Churchill und der amerikanische Präsident Roosevelt, um darüber zu beraten, wie mit Deutschland nach dessen Kapitulation zu verfahren sei; bereits hier wird die Einteilung in vier Besatzungszonen und die Errichtung von Militärverwaltungen beschlossen
1945 (13.-15. Februar) amerikanische und britische Flugzeuge bombardieren die mit Flüchtlingen überfüllte und militärisch bedeutungslose Barock-Stadt Dresden - mindestens 35.000 Menschen werden getötet, die Stadt ist vollkommen in Trümmer gelegt
1945 (März/April) die Russen überrennen Ost- und Westpreußen und lösen eine Massenflucht der Deutschen in Richtung Westen aus; Großadmiral Dönitz rettet mit Schiffen der Marine bis Kriegsende rund 2 Millionen Flüchtlinge über die Ostsee vor der Roten Armee;
Köln am 7. März von den Amerikanern besetzt; Königsberg am 9. April, Wien am 13. April, Berlin am 2. Mai von den Russen erobert; Hamburg am 20. April von den Engländern eingenommen
1945 (23. April) in der Annahme, Hitler sei handlungsunfähig, versucht Reichsmarschall Hermann Göring, die Regierungsgewalt zu übernehmen; Hitler läßt ihn von SS-Leuten verhaften, die ihn jedoch nicht erschießen; unmittelbar nach der Kapitulation gerät Göring als ranghöchster Vertreter des nationalsozialistischen Regimes in amerikanische Gefangenschaft
1945 (29./30. April) Hitler verfaßt sein "politisches Testament", in dem er Admiral Dönitz zu seinem Nachfolger ernennt; er heiratet seine langjährige Geliebte Eva Braun und begeht einige Stunden später mit ihr gemeinsam Selbstmord; wiederum nur Stunden später machen auch Goebbels und seine Frau ihrem Leben und dem ihrer Kinder ein Ende
1945 (8./9. Mai) im Auftrag von Dönitz, der mit seiner provisorischen Regierung in Flensburg sitzt, unterzeichnet General Jodl in Reims, dem Hauptquartier der Westalliierten, gegenüber Eisenhower, tags darauf Feldmarschall Keitel in Berlin gegenüber Sowjet-Marschall Schukow die bedingungslose deutsche Kapitulation;
der Krieg in Europa endet mit der totalen Niederlage und dem Untergang des von Bismarck neugegründeten Deutschen Reichs
1945 (23. Mai) die Regierung Dönitz wird für abgesetzt erklärt und festgenommen
seit Mai 1945 12 Millionen deutsche Zivilisten werden aus den von Roten Armee "befreiten" Ostgebieten vertrieben, Zehntausende werden als Arbeitssklaven nach Rußland verschleppt, etwa 2 Millionen werden von Polen, Tschechen und Russen ermordet
1945 (Juli) auf der "Potsdamer Konferenz" beschließen die Regierungschefs der drei Siegermächte, Truman, Churchill und Stalin, über das weitere Schicksal Deutschlands; die Westmächte billigen Stalins Vorhaben, den polnischen Staat insgesamt nach Westen bis an die Oder-Neiße-Linie auf deutsches Gebiet zu verschieben und dafür Ostpolen der Sowjetunion einzuverleiben; der alliierte Kontrollrat in Berlin wird etabliert, Frankreich tritt als vierte Besatzungsmacht zu den Siegern hinzu;
politisch "unbelastete" Deutsche werden als Bürgermeister und Landräte eingesetzt; seit Juni ist die Bildung neuer, demokratischer Parteien erlaubt; Deutschland soll nicht versklavt oder auf Dauer zerstückelt, aber "entnazifiziert" und demilitarisiert werden

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Zeittafel  IV  zur deutschen Geschichte: 1800 - 2000 (Teil C: 1919 - 1945)

"Weimarer Republik" und "Drittes Reich": Deutschland von 1919 bis 1945


1918 (9. November) Ausrufung der Republik:
am Tag der Abdankung Kaiser Wilhelms II. ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann in Berlin die "Deutsche Republik" aus; die 1916 als Abspaltung von der SPD entstandenen kommunistischen "Spartakisten" Karl Liebknechts versucht durch eine zweite Republik-Verkündung, den Zusammenbruch der Monarchie für die Eröffnung der Revolution auszunutzen
Philipp Scheidemann: Ausrufung der Deutschen Republik

Rosa Luxemburg
Die Frauenrechtlerin Rosa Luxemburg wurde, zusammen mit ihrem kommunistischen Genossen Karl Liebknecht, 1919 in den Wirren der Republik-Gründung verhaftet und getötet.

Friedrich Ebert
Friedrich Ebert, Kanzler der Übergangszeit von der Monarchie zur Republik, dann bis zu seinem Tode 1925 erster Reichspräsident

General Ludendorff
General Erich Ludendorff, neben Feldmarschall Hindenburg wichtigster Heeresführer des 1. Weltkrieges, war während der Zeit der Weimarer Republik an mehreren Attacken von rechts gegen das verhaßte System beteiligt

Ernst Thälmann
Eine andere ständige Bedrohung für den Bestand der Weimarer Republik: die kommunistische Partei (KPD) mit ihrem Anführer Ernst Thälmann

Walther Rathenau
Außenminister Walther Rathenau, verantwortlich für den Rapallo-Vertrag, wurde 1922 von rechten Republik-Gegnern ermordet

1918 (11. November) Besiegelung des Waffenstillstands an allen Fronten - der Krieg ist beendet
1918 (Dezember)

der neue Reichskanzler Friedrich Ebert (SPD) läßt die Arbeiter- und Soldatenaufstände in Berlin durch Truppen der Reichswehr gewaltsam beenden; bei weiteren revolutionären Unruhen im Januar 1919 werden
die Spartakusbund-Führer Liebknecht und Rosa Luxemburg von Freikorps-Offizieren verhaftet und in der Gefangenschaft getötet

1919 (Januar) Wahl zur Nationalversammlung, erstmals in der deutschen Geschichte unter Beteiligung der Frauen: die SPD wird stärkste Partei und kann zusammen mit dem katholischen Zentrum und der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) die Regierung bilden
1919 (Februar) Wahl Friedrich Eberts zum ersten Reichspräsidenten
1919 (22. Juni) in Weimar beschließt die Nationalversammlung die neue Verfassung - daher der Name "Weimarer Republik"
1919 (28. Juni)

"Versailler Friedensvertrag":
angesichts der Drohung der Alliierten, den Krieg erneut zu eröffnen und nach Deutschland einzumarschieren, sieht die SPD-Regierung sich gezwungen, das von den Siegern allein ausgehandelte und den Deutschen ohne Mitspracherecht diktierte Vertragswerk zu unterzeichnen;
die erpreßte Annahme des Versailler Diktats belastet die Republik und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung von Anfang an schwer; die Hauptbestimmungen lauten:

1. der Kaiser sowie mehrere Generäle und Politiker sollen als "Kriegsverbrecher" ausgeliefert werden
2. Deutschland muß rund 70.000 km² Territorium abtreten, hauptsächlich an Polen, Frankreich und Belgien
3. die deutsche Stadt Danzig wird unter Völkerbundsmandat gestellt und damit polnischem Einfluß ausgeliefert
4. alle deutschen Kolonien müssen an die Siegermächte abgegeben werden
5. sämtliches Kriegsmaterial ist an die Alliierten auszuliefern
6. die künftige deutsche Armee bleibt auf ein Berufsheer von 100.000 Mann beschränkt
7. alle alliierten Kriegsgefangenen müssen von Deutschland sofort freigelassen werden, während die deutschen Gefangenen erst später heimkehren dürfen
8. große Teile des deutschen Rheinlandes sollten auf unbestimmte Zeit von französischen und englischen Truppen besetzt bleiben
9. Deutschland (und seinen Verbündeten) wird die alleinige Kriegsschuld zugewiesen, mit der Konsequenz, daß es Reparationszahlungen in Höhe von 269 Milliarden Goldmark in 42 Jahresraten zu zahlen haben würde (1921 revidiert: 132 Mrd.)
10. Österreich muß Südtirol an Italien abtreten und darf sich nicht mehr an das Deutsche Reich anschließen; die Donaumonarchie wird zerstückelt und in autonome Kleinstaaten aufgelöst
1920

Kapp-Putsch: unter der Führung des ostpreußischen Politikers Kapp bildet eine Gruppe aus Reichswehroffizieren und Freikorps-Angehörigen in Berlin eine Gegenregierung; obwohl Heeresleiter General von Seeckt nicht eingreift, bricht der Putsch nach wenigen Tagen unter einem Generalstreik der Gewerkschaften und Beamten zusammen.

1921 eine Volksabstimmung ergibt, daß die Mehrheit der Bevölkerung Oberschlesiens bei Deutschland bleiben will; trotzdem wird das Gebiet geteilt und wichtige Industrieregionen mit 400.000 deutschen Einwohnern dem neuen polnischen Staat zugeschlagen
1922 Abschluß des "Rapallo-Vertrags" zwischen Deutschland und Sowjetrußland: Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, Handelsabkommen, gegenseitiger Verzicht auf Kriegsentschädigungen
1922/23 Wirtschaftskrise und Hyper-Inflation in Deutschland (Stand 15.11.1923: 1 US-Dollar = 4200 Milliarden Mark); die Alliierten verlangen die im Versailler Diktat festgesetzten Reparationen, Deutschland ist außerstande, sie zu erbringen
1923 (Januar) Einmarsch französischer und belgischer Truppen in das Ruhrgebiet, um gewaltsam deutsche Reparationsleistungen in 'Naturalien' (Rohstoffe, Industrieprodukte) einzutreiben; Reichskanzler Cuno fordert das Volk zu passivem Widerstand auf, England und die USA protestieren gegen das Vorgehen Frankreichs, dennoch dauert die Besatzung bis 1925 an
1923 (September) Reichskanzler Gustav Stresemann bricht den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung ab und verhängt den Ausnahmezustand; die linksradikalen Regierungen Sachsens und Thüringens sowie das monarchistische Bayern erkennen die Beschlüsse der Berliner Reichsregierung nicht an, General von Seeckt zerschlägt mit der Reichswehr die kommunistischen Aufstände
1923 (November) "Hitler-Putsch":
mit der Unterstützung von Teilen der bayerischen Landesregierung und des ehemaligen Generals und Kriegshelden Ludendorff versucht Adolf Hitler, Führer der 1920 gegründeten Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NSDAP), von Bayern aus die Macht in Deutschland zu übernehmen; das Unternehmen bricht zusammen, weil von Seeckt erstmalig die Reichswehr gegen einen Putschversuch von rechts einsetzt und Hitlers "Marsch auf die Feldherrnhalle" niederschießen läßt;
Hitler wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er als ehemaliger Soldat ein Jahr in Festungshaft absitzen muß - er nutzt die Zeit und schreibt in der Gefangenschaft sein politisches Programm nieder: "Mein Kampf"

Hitler-Putsch-Prozeß
Adolf Hitler mit General Ludendorff vor Beginn des Prozesses gegen die Rädelsführer des Münchner Putschversuchs von 1923

Gustav Stresemann
Gustav Stresemann, die herausragende politische Gestalt in den verhältnismäßig ruhigen Jahren von 1923 bis 1929

Heinrich Brüning
Der 'Notverordnungs-Kanzler' Heinrich Brüning (Zentrumspartei)

1925 Tod Friedrich Ebert und Wahl des 78-jährigen Generalfeldmarschalls a.D. Paul von Hindenburg zum neuen Reichspräsidenten (als Kandidat der konservativen und rechten Parteien)
1926 Außenminister Stresemann schließt im schweizerischen Locarno mit den Siegermächten einen Vertrag über die Unverletzlichkeit der bestehenden Westgrenzen, erreicht aber immer noch keine Räumung des Rheinlandes von fremden Truppen; die rechte Opposition läuft Sturm gegen diese Preisgabe deutscher Gebietsansprüche
1928 Gustav Stresemann: Rede zur Reichstagswahl 1928
erster bemerkenswerter Wahlerfolg der NSDAP: die Partei erzielt 2,6% und zieht mit 12 Abgeordneten in den Reichstag ein
1929 der "schwarze Freitag" und die darauffolgende Wirtschaftskrise treffen auch Deutschland schwer: viele Firmen und Banken brechen zusammen, die Arbeitslosigkeit steigt von 1,6 Millionen bis 1931 auf 4,3 Millionen, bis Anfang 1933 auf über 6 Millionen an;
mit der Annahme des "Young-Plans" durch Stresemann werden die deutschen Reparationen auf 115 Mrd. Mark 59 Jahresraten festgelegt, im Gegenzug soll das Rheinland bis 1930 von den Alliierten freigegeben werden
1929 (Oktober) Tod Gustav Stresemanns
1930 (März) Präsident von Hindenburg ernennt auf Grund seiner herausragenden verfassungsmäßigen Stellung den Zentrumspolitiker Heinrich Brüning zum Reichskanzler, ob wohl dieser sich nicht auf eine Mehrheit im Parlament stützen kann; Brüning regiert mit Hindenburgs präsidialer Macht im Rücken, das Parlament jederzeit auflösen zu können, durch Notverordnungen, d.h. ohne bzw. gegen den Reichstag
1930 (September) bei der Reichstagswahl wächst die Zahl der NSDAP-Abgeordneten von 12 auf 107 (18,3%) an, die der Kommunisten von 54 auf 77 (13,1%) - noch haben die demokratischen Parteien zusammen eine überwältigende Mehrheit im Volk; ungeachtet des Wahlausgangs läßt Hindenburg den Kanzler Brüning weiter regieren
Paul von Hindenburg: Radioansprache zur Reichspräsidentenwahl
1932 (April) Paul von Hindenburg wird als Reichspräsident für weitere 7 Jahre wiedergewählt, diesmal als Kandidat der SPD und der demokratischen Parteien gegen Hitler, den Kandidaten der deutschnationalen Parteien, und den kommunistischen Anwärter Ernst Thälmann;
Kurt Schumacher (SPD) hält im Reichstag eine Rede gegen die Nazis, die ihn später für zehn Jahre ins Konzentrationslager bringen wird
1932 (Mai) nach einer Vertrauenskrise wird Brüning vom Reichspräsidenten entlassen und der rechtskonservative Zentrums-Abgeordnete Franz von Papen mit dem Amt des Reichskanzlers betraut

Franz von Papen
Franz von Papen sollte im "Kriegsverbrecher-Prozeß" 1945/46 als einer der Hauptangeklagten verurteilt werden, weil er Hitler mit zur Macht verholfen hatte, wurde aber freigesprochen.

General Schleicher
General Kurt von Schleicher, ein enger Vertrauter Hindenburgs und als Reichskanzler der letzte Versuch, Adolf Hitler von der Macht fernzuhalten

Machtergreifung
30. Januar 1933: Siegesfeier nach der "Machtergreifung"

Reichstagsbrand
Reichstagsbrand

Heinrich Himmler
Polizei- und SS-Führer Heinrich Himmler

 

links: Selbstinszenierung Hitlers und Propaganda-Auftritte mit dem "Marschall des Volkes" Hindenburg nach der Machtergreifung

1932 (Juli bis November)

die Reichstagswahl bringt das bislang höchste Ergebnis für Hitlers NSDAP, die zur stärksten Partei wird: 230 Abgeordnete (37,8%) - Hermann Göring als Vertreter der größten Fraktion wird Parlamentspräsident;
Hitler fordert von Hindenburg den Regierungsauftrag, wird aber schroff abgewiesen; von Papen regiert weiter, doch erleidet er im September eine verheerende Niederlage in einer Vertrauensabstimmung, woraufhin der Präsident den Reichstag sofort auflöst, damit von Papen im Amt bleiben kann;
von Papen versucht Hindenburg zu überreden, überhaupt nicht mehr neu wählen zu lassen, doch der Präsident lehnt den Verfassungsbruch ab; bei der Neuwahl im November verliert Hitler 4 Millionen Stimmen, die NSDAP bleibt dennoch stärkste Partei mit 196 Abgeordneten (33,1%)

1932 (Dezember) nach dem endgültigen Scheitern von Papens ernennt Hindenburg den parteilosen General Kurt von Schleicher zum Reichskanzler, der das Ziel verfolgt, den Nationalsozialisten durch ein massenhaftes Arbeitsbeschaffungsprogramm den Wind aus den Segeln zu nehmen oder sie zu spalten
1933 (30. Januar)

Hitlers "Machtergreifung":
nachdem Hindenburg sich durch Franz von Papen und andere von der 'Gefährlichkeit' der Pläne Schleichers hat überzeugen lassen, verweigert er seinem Kanzler eine erneute Reichstags-Auflösung und entscheidet sich für die scheinbar letzte noch verbliebene Möglichkeit einer stabilen Regierungsbildung - er beruft ` Adolf Hitler zum Reichskanzler;
Hitler bildet mit Franz von Papen als Vizekanzler ein Kabinett der "nationalen Einigung", dem zunächst außer dem Kanzler selber nur zwei Nationalsozialisten, Hermann Göring und Wilhelm Frick, außerdem mehrere Minister von der Deutsch-Nationalen Volkspartei (DNVP) und Parteilose angehören;
verabredungsgemäß löst der Reichspräsident das Parlament auf, um einige von Hitler gewünschte Notverordnungen über die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich zu erlassen und den Weg für Neuwahlen freizumachen

1933 (Februar) Adolf Hitler: Rede nach der Machtergreifung
eine Woche vor der Parlamentswahl setzt der niederländische Anarchist Marinus van der Lubbe das Berliner Reichstagsgebäude in Brand, beschwört damit Befürchtungen weiterer kommunistischer Aufstandsversuche herauf und gibt Hitler die Gelegenheit zu Maßregeln gegen die Oppositionsparteien
1933 (5. März) in der letzten freien Wahl bis 1949 erreicht die NSDAP wiederum keine absolute Mehrheit, sondern ist mit ihren 43,9% auf die 8% der Stimmen für die DNVP angewiesen
1933 (20. März) nahe Dachau läßt der SS-Führer und bayerische Polizeichef Himmler das erste "Konzentrationslager" einrichten, ein Freiluftgefängnis, das zunächst hauptsächlich für die vielen bereits verhafteten und noch festzunehmenden Kommunisten und Sozialdemokraten bestimmt war
1933 (23. März) der Reichstag verabschiedet geschlossen, mit Ausnahme der 94 anwesenden SPD-Abgeordneten, das "Ermächtigungsgesetz", mit dem sich das Parlament selbst entmachtet und der Regierung Hitler Gesetzgebungsvollmacht erteilt
seit Mai 1933 Liquidation sämtlicher Parteien außer der NSDAP: KPD und SPD werden verboten, die übrigen lösen sich - teilweise unter Zwang - selbst auf, die Neugründung von Parteien wird als "hochverräterisch" verboten; die Gewerkschaften werden zur "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) zusammengefaßt (1934); der 1. Mai wird als "Tag der nationalen Arbeit" gesetzlicher Feiertag, womit Hitler eine langjährige Forderung der politischen Linken erfüllt
1933 (Dezember) die NSDAP wird per Gesetz zur Staatspartei mit amtlichen Funktionen erklärt
Tag von Potsdam Adolf Hitler Hitler-Hindenburg-Plakat
1934 (Juni/Juli) der "Röhm-Putsch":
um einem möglicherweise geplanten Putsch des sozialrevolutionären 'linken' Flügels der NSDAP unter Führung des SA-Chefs Ernst Röhm zuvorzukommen und um die führenden Reichswehr-Generäle hinsichtlich der Gefahr zu beruhigen, die vom Millionenheer bewaffneter SA-Männer ausgeht, läßt Hitler den Anführer Ernst Röhm, mehrere hundert weiterer SA-Mitglieder sowie einige andere politische Gegner verhaften und hinrichten; zu den Opfern gehören auch General von Schleicher und Hitlers Putschkamerad von 1923, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Gustav von Kahr;
Reichswehr-Minister von Blomberg zeigt sich befriedigt darüber, daß die SA durch den Verlust ihrer wichtigsten Führer gezähmt ist und keine Rolle mehr spielen wird

Ernst Röhm
SA-Führer Ernst Röhm

Paul von Hindenburg
Der Weltkriegs-Heros und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847 - 1934)

Autobahn-Einweihung
Einweihung des ersten fertiggestellten Autobahn-Teilstücks durch den "Führer"

1934 (August) Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg; Hitler übernimmt das Präsidentenamt zusätzlich und läßt sich in seiner Doppelfunktion als "Führer und Reichskanzler" titulieren
1935 (Januar) das Saarland, seit dem Versailler Diktat unter französischer Verwaltung, kehrt zu Deutschland zurück, nachdem sich in einer Volksabstimmung über 90% der Saarländer dafür ausgesprochen haben
1935 (März) Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (gegen das Verbot des Friedensvertrags von 1919)
1935 (Mai) das erste fertiggestellte Teilstück der seit den 20er Jahren geplanten Reichsautobahn wird für den Verkehr eröffnet (Frankfurt - Darmstadt)
1935 (Juni) Umbenennung der Reichswehr in "Wehrmacht"
1935 (September) auf dem Reichsparteitag wird beschlossen, die schwarz-rot-goldene Flagge der Republik durch die kaiserlichen Farben schwarz-weiß-rot (mit Hakenkreuz) zu ersetzen;
das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" (Nürnberger Rassegesetz) verbietet Eheschließungen und sexuellen Verkehr zwischen Juden und Nichtjuden; das "Reichsbürger-Gesetz" schreibt einen "Arier-Nachweis" für staatliche Bedienstete vor und schließt die Juden von allen öffentlichen Stellungen und von der deutschen Staatsbürgerschaft aus
1936 (Februar) bei einer Automobilausstellung verkündet Hitler seinen Willen, einen "Volkswagen" bauen zu lassen
1936 (März) Hitler kündigt den Locarno-Vertrag und läßt die Wehrmacht in das seit 1919 entmilitarisierte Rheinland einrücken; Völkerbund und Siegermächte protestieren, wagen es aber nicht, Sanktionen gegen Deutschland zu verhängen
1936 (August) die Olympische Spiele in Berlin tragen dem "neuen Deutschland" internationales Prestige ein
Eröffnung der Olympischen Spiele durch den "Führer"

Reichswehr im Saarland
Die Reichswehr nimmt das Saarland wieder für Deutschland in Besitz

Hitler und Winifred Wagner
Opern-Liebhaber Hitler zu Besuch in Bayreuth bei Winifred Wagner, der Schwiegertochter des Komponisten (1936)

Staatsbesuch Mussolinis
Der italienische Staatschef Benito Mussolini auf Staatsbesuch in Berlin

Volkswagen-Vorstellung
feierliche Vorstellung der ersten "Volkswagen"-Autos

Reichskristallnacht
brennende Synagoge in Berlin

1936 (November) "Antikommintern-Pakt": deutsch-japanisches Bündnis gegen die kommunistische Internationale
1937 (10. Januar) nach München-Salzburg und anderen Teilstrecken wird nun auch der wichtige Autobahnabschnitt Berlin-Hannover für den Verkehr freigegeben; durch Großprojekte wie den Autobahnbau und die Wiederaufrüstung ist die Arbeitslosigkeit praktisch auf Null gesunken
1937 (30. Januar) Hitler will diejenigen Minister, die noch nicht Parteimitglieder sind, in die NSDAP aufnehmen; Post- und Verkehrsminister Rübenbach bekundet, er habe nicht die Absicht, in die Partei einzutreten
1937 (5. Mai) Stapellauf des Kreuzfahrtschiffs "Wilhelm Gustloff", das die Organisation "Kraft durch Freude" (die Freizeit-Abteilung der Deutschen Arbeitsfront, siehe oben) hat bauen lassen, um einfachen Arbeitern und Angestellten Schiffsreisen zu ermöglichen
1937 (18. Mai) Himmler als Polizeichef verbietet per Erlaß, im betrunkenen Zustand Auto zu fahren; darüberhinaus ist es Parteimitgliedern (aber nur diesen!) verboten, schneller als 100 km/h zu fahren - damit sollen Benzin und Reifen gespart werden
1937 (September) Staatsbesuch des italienischen Regierungschefs Mussolini in Deutschland; seit 1935 bestehen intensivere politische Beziehungen zwischen dem deutschen Diktator und seinem faschistischen Vorbild; beiden unterstützen 1936 im spanischen Bürgerkrieg den Putsch-General Francisco Franco, der Spanien bis 1975 diktatorisch regieren wird
1938 (Januar) unter dem Vorwand einer "unstandesgemäßen" Eheschließung Blombergs entläßt Hitler seinen Reichswehr-Minister und übernimmt selber das Oberkommando der Wehrmacht
1938 (März)

Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich:
um zu verhindern, daß der österreichische Kanzler Schuschnigg die Eigenstaatlichkeit des Landes durch eine Volksbefragung zementiert, richtet sein Innenminister Seyß-Inquart ein Telegramm an Hitler, in dem er um die Entsendung deutscher Truppen bittet;
am 21. März marschieren deutsche Soldaten unter dem Jubel der Bevölkerung in Österreich ein; Seyß-Inquart bildet eine nationalsozialistische Regierung und vollzieht den Anschluß an Deutschland; Hitler, selber Österreicher, läßt sich die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nachträglich durch Volksabstimmungen in Österreich und Deutschland absegnen (über 90% Zustimmung)

1938 (Mai) Gründung des Volkswagen-Automobilwerks in Wolfsburg; DAF-Führer Robert Ley ruft die Bevölkerung zu einer Sparaktion auf, die es jeder deutschen Familie ermöglichen soll, einen "KdF-Wagen" (VW-Käfer) zum Preis von 990 Reichsmark zu kaufen
1938 (September) nach mehreren Treffen Hitlers mit den Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs, Chamberlain und Daladier, und Mussolini kommt es zum "Münchner Abkommen": die Westalliierten gestehen Hitler zu, im Oktober in die Tschechoslowakei einzumarschieren, um das überwiegend von Deutschen bewohnte Sudetenland in Besitz zu nehmen
1938 (1. Oktober) die Wehrmacht rückt in das Sudetenland ein, Hitler wird von Konrad Henlein, dem Chef der sudetendeutschen Partei, in Eger als "Befreier" begrüßt, nachdem die deutsche Minderheit im tschechischen Staat jahrelang benachteiligt und drangsaliert worden ist
1938 (5. Oktober) Ausgabe neuer Pässe an alle Juden, in die auf Begehren der schweizerischen Regierung ein großes "J" eingestempelt ist, damit Auswanderungswillige an der Grenze leichter erkannt werden können
1938 (November)

"Reichskristallnacht":
ein polnischer Jude erschießt in Paris den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath, um auf die unheilvolle Situation der Juden in Deutschland und Polen aufmerksam zu machen;
Propagandaminister Joseph Goebbels nutzt den Vorfall, indem er SA-Leute und Parteimitglieder planmäßig Gewalttaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen verüben läßt: Synagogen werden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, jüdische Bürger verprügelt und ermordet, über 20.000 verhaftet und in Konzentrationslager gesteckt;
die Geschädigten werden, soweit versichert, zunächst für materielle Verluste entschädigt, dann aber zur Zahlung einer kollektiven "Strafe" in Höhe von 1 Milliarde Mark verpflichtet; im Gefolge der Ausschreitungen werden die als "Untermenschen" diffamierten Juden mehr und mehr aus der Wirtschaft, dem Kulturleben und der Wissenschaft herausgedrängt

1939 (Januar) Ungarn schließt sich dem antikommunistischen Pakt Deutschlands, Italiens und Japans an
1939 (14./15. März) die "Zerschlagung der Rest-Tschechei":
am 14. März erklärt die Slowakei ihre Unabhängigkeit von der Tschechei; dadurch geschwächt und von Hitler im persönlichen Gespräch unter Druck gesetzt, unterschreibt der tschechische Präsident Hacha einen Vertrag über die Schaffung des "Reichsprotektorats Böhmen und Mähren"; deutsche Truppen nehmen die Tschechei in Besitz, der slowakische Diktator Tiso stellt sein Land "unter den Schutz des Reiches"

Reichsmarschall Göring
Der Reichsmarschall und Chef der Luftwaffe Hermann Göring, nach Hitler der zweitmächtigste Mann im Dritten Reich

Ribbentrop und Stalin
Joachim von Ribbentrop mit Josef Stalin in Moskau

1939 (23. März) durch ein Abkommen mit Litauen gewinnt Deutschland das im ersten Weltkrieg verlorene Memelgebiet zurück
1939 (26. März) der Nichtangriffsvertrag mit Polen wird von deutscher Seite gekündigt
1939 (31. März) Premierminister Chamberlain, empört über die deutsche Verletzung des Münchner Abkommens, beendet seine Appeasement-Politik gegenüber Hitler und gibt der polnischen Regierung eine Garantieerklärung ab für den Fall, daß Polen von Deutschland angegriffen werden sollte; Frankreich schließt sich dieser Erklärung an
1939 (August) "Hitler-Stalin-Pakt":
der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop und sein sowjetischer Amtskollege Molotow unterzeichnen, für alle Welt überraschend, einen Nichtangriffvertrag; in geheimen Zusätzen wird die künftige Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion besiegelt
1939 (1. September) Beginn des zweiten Weltkrieges:
nach einem Zwischenfall in der "Freien Stadt" Danzig gibt Hitler der Wehrmacht den Angriffsbefehl; deutsche Truppen überschreiten am frühen Morgen die polnische Grenze und eröffnen das Feuer;
Adolf Hitler: "Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen"
darauf erklären England und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg; der Großteil der polnischen Armee ergibt sich binnen 2½ Wochen, Warschau kapituliert nach dreitägiger, von Hitler hämisch beobachteter Bombardierung am 27. September;
die 1919 an Polen verlorenen Gebiete werden in das Reichsgebiet eingegliedert, im übrigen deutsch besetzten Polen wird ein "Generalgouvernement" errichtet; seit dem 17. September ist die Rote Armee in Ostpolen einmarschiert, das wie die baltischen Länder von Stalin vereinnahmt wird; Ende November greifen russische Truppen Finnland an ("Winterkrieg")
1939 (November) Georg Elser, ein Einzeltäter, verübt am 8. Oktober im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler; der "Führer" entgeht dem Anschlag, weil er das Lokal vorzeitig verlassen hat  
1940 (9. April) um einem Festsetzen der Briten an der norwegischen Küste zuvorzukommen und die von der deutschen Rüstungsindustrie benötigten Erzlieferungen aus Schweden zu sichern, besetzen deutsche Soldaten im Handstreich Dänemark und Norwegen; Dänemark ergibt sich kampflos und behält seine eigene Regierung, die norwegische Regierung flieht nach London und wird durch einen deutschen "Reichskommissar" ersetzt, der mit dem Anführer der norwegischen Faschisten-Partei zusammenarbeitet  
1940 (10. Mai) Beginn des Angriffs im Westen: unter Verletzung der Neutralität beider Länder marschieren deutsche Truppen durch die Niederlande und Belgien (Kapitulation am 15. bzw. 28. Mai), um zur französischen Ärmelkanal-Küste vorzustoßen und Dünkirchen einzunehmen, wo sich mehrere hunderttausend britische Expeditionssoldaten aufhalten;
im zweiten Abschnitt des Frankreich-Feldzuges wird die einst so gefürchtete "Maginot-Linie" von hinten aufgerollt, indem die deutschen Panzer vom Norden und Westen her auf Paris zurollen, das 14. Juni nahezu kampflos besetzt wird; der greise französische Marschall Pétain bittet um Waffenstillstand, der größte Teil Frankreichs wird von der Wehrmacht besetzt, für den unbesetzten Teil bildet Pétain eine Regierung von Hitlers Gnaden mit Sitz in Vichy;
nachdem Polen, Westskandinavien und Frankreich erobert sind, Schweden und die Schweiz Neutralität wahren und die meisten Länder Süd- und Südosteuropas mit Hitler verbündet sind, befindet sich allein noch Großbritannien im Krieg mit dem Deutschen Reich; Hitler steht im Zenit des Erfolgs und wähnt sich als genialer Feldherr

Wehrmacht in Paris
Die deutsche Wehrmacht in Paris

Feldmarschall Rommel
Feldmarschall Erwin Rommel, der Kommandeur des deutschen Afrika-Korps

Rudolf Heß
Rudolf Heß, bis zu seinem rätselhaften Flug nach Schottland Hitlers Stellvertreter als "Führer"

1940 (Juli)

Beginn des Luftkriegs gegen England unter der Leitung des Luftwaffenchefs und Reichsmarschalls Hermann Göring; ein Friedens- und Verhandlungsangebot Hitlers lehnt die englische Regierung am 22. Juli ab, und so werden die Luftangriffe zunächst verschärft mit dem Ziel, eine Landung deutscher Truppen in Großbritannien vorzubereiten; wegen zu hoher Verluste wird das Landungsunternehmen aber schon im September aufgegeben; es gelingt den deutschen Fliegern nicht, die Lufthoheit zu gewinnen;
der neue britische Premierminister Winston Churchill wird zu Hitlers erbittertstem und letztlich unbesiegbaren Gegner

1941 (März/April) Ausweitung des Krieges durch Angriff deutscher Truppen auf Jugoslawien und Landung in Libyen, nachdem Mussolini schon im Oktober 1940 gegen Griechenland losgeschlagen hat
1941 (Mai) Rudolf Heß, als Hitlers Stellvertreter und neben Göring designierter Nachfolger des "Führers" der dritte Mann im nationalsozialistischen Staat, fliegt allein und sehr wahrscheinlich ohne Wissen Hitlers nach Großbritannien; bis heute ist nicht geklärt, was seine Absichten waren und wer in Deutschland darin eingeweiht war; Heß wird bis Kriegsende eingesperrt
1941 (22. Juni)

"Unternehmen Barbarossa":
deutscher Überraschungsangriff auf die Sowjetunion; Anfang September wird Leningrad eingeschlossen, Ende des Monats Kiew erobert und eine Großoffensive gegen Moskau begonnen, die aber bald zuerst im Schlamm, dann in der extremen Kälte des einsetzenden Winters steckenbleibt; Sinn des Rußlandfeldzugs sollte es sein, die Sowjetunion als möglichen Bündnispartner Englands auszuschalten;
der Diktator Stalin ruft das sowjetische Volk zum "großen vaterländischen Krieg" auf, und bereits ab November erfolgen Gegenoffensiven der Roten Armee an mehreren Frontabschnitten;
das Kriegsgeschehen in Rußland ist besonders grausam, indem es sich vielfach auch gegen die Zivilbevölkerung richtet, und erstmals finden Massendeportationen polnischer und russischer Juden und Vergasungen in den deutschen Konzentrationslagern im Generalgouvernement Polen statt; seit dem 1. September müssen die Juden in Deutschland und den besetzten Gebieten einen gelben "Judenstern" tragen


1941 (7. Dezember) Angriff japanischer Kampfflugzeuge auf den US-amerikanischen Militärhafen Pearl Harbor auf Hawaii; die USA und Großbritannien erklären Japan den Krieg;
dem Geist der Bündnisverträge mit Japan folgend, erklären ihrerseits Deutschland und Italien den USA den Krieg (11. Dezember) - der große, von Hitler entfesselte europäische Krieg ist zum zweiten "Weltkrieg" geworden

Reinhard Heydrich
Reinhard Heydrich

Feldmarschall Paulus
General Paulus geht nach der Schlacht von Stalingrad in die Gefangenschaft

Joseph Goebbels
Propagandaminister Joseph Goebbels

1942 (Januar) die Berliner "Wannsee-Konferenz":
vor SS-Gruppenführern und Vertretern verschiedener Ministerien erläutert Reinhard Heydrich, die 'rechte Hand' des SS-Führers Heinrich Himmler, seinen Plan zur sogenannten "Endlösung der Judenfrage": alle Länder im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich sollten systematisch von den Juden "gesäubert", diese nun nicht mehr wie ursprünglich geplant nach Madagaskar, sondern nach Osteuropa deportiert, dort in Ghettos und Lagern "konzentriert" und zunächst als Arbeitskräfte ausgebeutet, letztendlich aber getötet werden; es gibt keinen direkten Beweis für einen Befehl von "oben", doch ist mit Sicherheit davon auszugehen, daß die Anweisung zur Ausrottung der Juden über Hermann Göring auf Hitler persönlich zurückzuführen ist, da Heydrichs Pläne den von Hitler in "Mein Kampf" geäußerten Absichten vollkommen entsprechen; um den beabsichtigten Völkermord weitestmöglich vor der deutschen Bevölkerung zu verheimlichen, werden alle regelrechten Vernichtungslager (Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibor, Belzec) im Süden und Osten Polens angelegt und von speziell ausgewählten SS-Einheiten geführt
1942 (27. Mai) Ermordung von Reinhard Heydrich, der neben seiner SS-Funktion auch stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ist, durch einen tschechischen Nationalisten; es folgen Racheaktionen der SS
1942 (30. Mai) erster großer Bombenangriff der britischen Luftwaffe auf eine deutsche Stadt; betroffen ist Köln, fast alle großen deutschen Städte werden in den nächsten drei Kriegsjahren folgen
1942 (Oktober) die Schlacht um die südrussische Stadt Stalingrad, die Hitler um jeden erobert und gehalten sehen will, wird zum Symbol für die Wende des Krieges: nach zunächst erfolgreichem Angriff werden die deutschen und verbündeten rumänischen Verbände unter General Paulus von Stalins Truppen eingeschlossen und müssen sich, zwei Monate lang bei eisigem Winter unter riesigen Verlusten verzweifelt auf Unterstützung wartend, Anfang Februar 1943 hungernd und völlig erschöpft ergeben; 90.000 Soldaten gehen in russische Gefangenschaft, nur 6.000 von ihnen werden bis 1955 nach und nach zurückkehren; deutsche Truppen befinden sich seither fast überall in Rußland auf dem Rückzug
1943 (18. Februar) Propagandaminister Goebbels hält im Berliner Sportpalast seine berüchtigte Rede vom "totalen Krieg"
Joseph Goebbels: "Wollt ihr den totalen Krieg?"
1943 (19./22. Februar) die Geschwister Scholl und andere Mitglieder der Münchner Studenten-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" werden verhaftet und hingerichtet
1943 (März) Kapitulation des deutschen Afrika-Korps, das Hitler unter dem Befehl des Feldmarschalls Rommel zur Verstärkung der wankenden italienischen Truppen gegen die britische Afrika-Armee geschickt hatte
1943 (Juli) Sturz der faschistischen Regierung Mussolinis; auf Befehl Hitlers wird der "Duce" von deutschen Soldaten aus Partisanenhand wieder befreit; deutsche Truppen besetzen Italien, um die alliierten Invasionen in Süditalien abzuwehren
1944 (Juni) alliierte Landung in Normandie:
am frühen Morgen des 6. Juni landen unter dem Befehl General Eisenhowers amerikanische, britische und kanadische See- und Landstreitkräfte an der französischen Nordseeküste; sie durchbrechen Ende Juli mit Panzerverbänden die deutschen Verteidigungslinien, rücken am 25. August in Paris ein und im folgenden auch auf breiter Front auf Deutschland vor

Claus von Stauffenberg
Hitler-Attentäter Oberst Graf von Stauffenberg

Konferenz von Jalta
Churchill, Roosevelt und Stalin in Jalta (1945)

Eva Braun
Eva Braun

Großadmiral Dönitz
Großadmiral Karl Dönitz

Feldmarschall Keitel
Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet die deutsche Kapitulation

Flüchtlingstreck
Flüchtlinge auf dem Weg nach Westen

deutsche Ruinen

1944 (20. Juli)

Attentatsversuch auf Adolf Hitler:
in der Hoffnung, das bevorstehende Unheil einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands noch abwenden oder mildern zu können, hat sich eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren verschworen, den "Führer" zu beseitigen und eine Staatsstreich-Regierung einzusetzen; Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg deponiert bei einer Lagebesprechung im ostpreußischen Führerhauptquartier "Wolfsschanze" eine Aktentasche mit Sprengstoff neben Hitlers Platz; Hitler wird nur leicht verletzt, weil er sich zum Zeitpunkt der Explosion zu weit entfernt von der Sprengladung aufhält;
in den folgenden Wochen werden etwa 200 Angehörige des Verschwörer- und Widerstandskreises vom "Volksgerichtshof" abgeurteilt und hingerichtet, weitere rund 7000 Personen werden im Zusammenhang mit dem Anschlag verhaftet

1945 (Januar) die Rote Armee hat die deutschen Truppen bis über die Grenzen nach Deutschland zurückgedrängt: für die deutschen Soldaten ist aus dem Eroberungsfeldzug eine Kampf um die Verteidigung der Heimat geworden; die Russen zahlen die von der SS in Rußland begangenen Grausamkeiten mit doppelter Münze an die deutsche Zivilbevölkerung zurück, massenhafte Vergewaltigung von deutschen Frauen ist alltäglich
1945 (11. Februar) in Jalta auf der Krim treffen sich Stalin, Churchill und der amerikanische Präsident Roosevelt, um darüber zu beraten, wie mit Deutschland nach dessen Kapitulation zu verfahren sei; bereits hier wird die Einteilung in vier Besatzungszonen und die Errichtung von Militärverwaltungen beschlossen
1945 (13.-15. Februar) amerikanische und britische Flugzeuge bombardieren die mit Flüchtlingen überfüllte und militärisch bedeutungslose Barock-Stadt Dresden - mindestens 35.000 Menschen werden getötet, die Stadt ist vollkommen in Trümmer gelegt
1945 (März/April) die Russen überrennen Ost- und Westpreußen und lösen eine Massenflucht der Deutschen in Richtung Westen aus; Großadmiral Dönitz rettet mit Schiffen der Marine bis Kriegsende rund 2 Millionen Flüchtlinge über die Ostsee vor der Roten Armee;
Köln am 7. März von den Amerikanern besetzt; Königsberg am 9. April, Wien am 13. April, Berlin am 2. Mai von den Russen erobert; Hamburg am 20. April von den Engländern eingenommen
1945 (23. April) in der Annahme, Hitler sei handlungsunfähig, versucht Reichsmarschall Hermann Göring, die Regierungsgewalt zu übernehmen; Hitler läßt ihn von SS-Leuten verhaften, die ihn jedoch nicht erschießen; unmittelbar nach der Kapitulation gerät Göring als ranghöchster Vertreter des nationalsozialistischen Regimes in amerikanische Gefangenschaft
1945 (29./30. April) Hitler verfaßt sein "politisches Testament", in dem er Admiral Dönitz zu seinem Nachfolger ernennt; er heiratet seine langjährige Geliebte Eva Braun und begeht einige Stunden später mit ihr gemeinsam Selbstmord; wiederum nur Stunden später machen auch Goebbels und seine Frau ihrem Leben und dem ihrer Kinder ein Ende
Großadmiral Dönitz meldet im Radio den Tod Hitlers
1945 (8./9. Mai) im Auftrag von Dönitz, der mit seiner provisorischen Regierung in Flensburg sitzt, unterzeichnet General Jodl in Reims, dem Hauptquartier der Westalliierten, gegenüber Eisenhower, tags darauf Feldmarschall Keitel in Berlin gegenüber Sowjet-Marschall Schukow die bedingungslose deutsche Kapitulation;
der Krieg in Europa endet mit der totalen Niederlage und dem Untergang des von Bismarck neugegründeten Deutschen Reichs
1945 (23. Mai) die Regierung Dönitz wird für abgesetzt erklärt und festgenommen
seit Mai 1945 12 Millionen deutsche Zivilisten werden aus den von der Roten Armee "befreiten" Ostgebieten vertrieben, Zehntausende werden als Arbeitssklaven nach Rußland verschleppt, etwa 2 Millionen werden von Polen, Tschechen und Russen ermordet
1945 (Juli) auf der "Potsdamer Konferenz" beschließen die Regierungschefs der drei Siegermächte, Truman, Churchill und Stalin, über das weitere Schicksal Deutschlands; die Westmächte billigen Stalins Vorhaben, den polnischen Staat insgesamt nach Westen bis an die Oder-Neiße-Linie auf deutsches Gebiet zu verschieben und dafür Ostpolen der Sowjetunion einzuverleiben; der alliierte Kontrollrat in Berlin wird etabliert, Frankreich tritt als vierte Besatzungsmacht zu den Siegern hinzu;
politisch "unbelastete" Deutsche werden als Bürgermeister und Landräte eingesetzt; seit Juni ist die Bildung neuer, demokratischer Parteien erlaubt; Deutschland soll nicht versklavt oder auf Dauer zerstückelt, aber "entnazifiziert" und demilitarisiert werden
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