Benjamin Harrison, ein Enkel des 9. Präsidenten William Harrison, wurde streng presbyterianisch erzogen; er studierte Jura, wurde Anwalt und diente im Bürgerkrieg als Offizier auf seiten der Nordstaaten. Wie seine beiden Vorgänger lange Zeit ohne politische Ambitionen, war er 1888 der ideale Kompromißkandidat für die Republikaner, weil es in seinem Leben keinerlei Skandale gab und er zwischen der Patronage- und der Reformfraktion zu stehen schien. Aus dem guten Wahlkämpfer und Rhetoriker wurde ein sehr schwacher Präsident, der im amerikanischen „Präsidenten-Ranking“ noch unbedeutender dasteht als Chester A. Arthur und die anderen Vertreter des sogenannten „Vergoldeten Zeitalters“ (1870 bis etwa 1900): Er war ein Einzelgänger ohne Programm oder politische Richtung, der sich mit seiner Großfamilie frömmelnd im Weißen Haus verschanzte und sich als „Werkzeug Gottes“ fühlte, um den sich der Kongreß gleichwohl kaum kümmerte. Bis auf den stümperhaften Außenminister Blaine, der zusammen mit dem Kongreß wieder eine nationalistische Richtung in der Zollpolitik einschlug, waren alle Kabinettsmitglieder Presbyterianer. Insofern wirkte dieser Präsident allenfalls als oberster Personalchef des Bundes.
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23. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika | |||||
| Regierungszeit: | 1889 1893 | ||||
| Parteizugehörigkeit: | Republikaner | ||||
| Heimatstaat: | Ohio (Nordstaat) | ||||
Benjamin Harrison, ein Enkel des 9. Präsidenten William Harrison, wurde streng presbyterianisch erzogen; er studierte Jura, wurde Anwalt und diente im Bürgerkrieg als Offizier auf seiten der Nordstaaten. Wie seine beiden Vorgänger lange Zeit ohne politische Ambitionen, war er 1888 der ideale Kompromißkandidat für die Republikaner, weil es in seinem Leben keinerlei Skandale gab und er zwischen der Patronage- und der Reformfraktion zu stehen schien. Aus dem guten Wahlkämpfer und Rhetoriker wurde ein sehr schwacher Präsident, der im amerikanischen „Präsidenten-Ranking“ noch unbedeutender dasteht als Chester A. Arthur und die anderen Vertreter des sogenannten „Vergoldeten Zeitalters“ (1870 bis etwa 1900): Er war ein Einzelgänger ohne Programm oder politische Richtung, der sich mit seiner Großfamilie frömmelnd im Weißen Haus verschanzte und sich als „Werkzeug Gottes“ fühlte, um den sich der Kongreß gleichwohl kaum kümmerte. Bis auf den stümperhaften Außenminister Blaine, der zusammen mit dem Kongreß wieder eine nationalistische Richtung in der Zollpolitik einschlug, waren alle Kabinettsmitglieder Presbyterianer. Insofern wirkte dieser Präsident allenfalls als oberster Personalchef des Bundes. | |||||
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