So stehen Katzen in unserer Welt

Unsere Gesellschaft spiegelt sich im Umgang mit ihren Haustieren. Durch die wachsende Zahl von  ausgesetzten und streunenden Katzen, die man in Heimen auffängt, fiel mir auf, dass hauptsächlich schwarze Katzen sich länger in der Obhut dieser Institutionen befinden, weil sich hier die Vermittlung aufgrund der schwarzen Fellfarbe verzögert   -  für mich Anlass einmal Ursachenforschung zu betreiben:

Es die Geschichte der gegensätzlichen Rollen, die der Mensch der Katze aufgedrängt hat: mit dem Wankelmut, der für Menschen typisch ist, ist die Katze im alten Ägypten auf einen Altar gesetzt und als Gottheit angebetet worden, um im Mittelalter als Verkörperung des Heidentums von der christlichen Kirche bekämpft zu werden, da Katzen, in Tiere verwandelte Hexen seien..... Wer glaubt, dass von der Verfolgung lediglich die schwarzen Katzen betroffen waren, irrt sich gewaltig...

Mumifizierte Katzen

(Oxford Museum) 3000 v.Chr. glaubten die alten Ägypter, dass die Katze eine Reinkarnation der Göttin Bastat sei. Eine Göttin mit dem Körper einer Frau und dem Kopf einer Katze. Sie war Göttin der Fruchtbarkeit und der  Schönheit, Symbol der Sonne, des Lichts und des Mondes. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Weltteils wurde die Katze Symbol dieses Zeitalters; ihres wilden und unnahbaren Wesens entkleidet, kam sie in des Menschen Wohnung und wurde ein Teil seines Haushalts. Sie gab den Menschen das Gefühl, dass eine Gottheit von ihrem Thron zu den Sterblichen herabgestiegen sei. Schließlich überzeugt die Geschicklichkeit der Katze als Rattenfänger die Ägypter von der göttlichen Natur des Tieres. Die Getreidespeicher damaliger Zeit waren damals so groß geworden, dass sie die Existenz vieler Nager erlaubten und der wirtschaftliche Schaden war gewaltig. Das Erscheinen der domestizierten Katze, welche die Plage unter Kontrolle hielt, wurde als weiteres Zeichen ihres göttlichen Wohlwollens angesehen. Die körperlichen Eigenschaften trugen zu ihrer Personifizierung als Gottheit bei: sie ist sauber und elegant, ihr Ausdruck ist geheimnisvoll und einnehmend; ihre Augen haben keine gewöhnliche Farbe, sondern scheinen den Glanz kostbarer Steine wie Jade, Amethyst, Saphir oder Smaragd widerzuspiegeln. Sie ist so behände, dass sie sich im Nu in Nichts auflösen kann, ab ob sie nie an dem Platz gewesen wäre. Alles Eigenschaften, welche die Phantasie  anregen.

Das Töten einer Katze war ein Verbrechen, das mit dem Tode bestraft wurde. Die Mitglieder einer Familie, deren Katze gestorben war, rasierten als Zeichen der Trauer ihre Augenbrauen. Alle Arten von Ehrungen wurden der toten Katze erwiesen, als ob sie ein Mitglied der Familie wäre. Sie wurde einbalsamiert, mit kostbaren, bunten Bändern umwickelt und in den prächtigen Sarg gelegt. Selbst Mäuse wurden einbalsamiert neben die Katze gelegt, damit sie auf der Reise in die andere Welt nicht hungrig würde.                

Göttin Bastet

Die Griechen haben wohl die Katze nach Europa gebracht. Als sie ihre Meisterschaft als Jäger entdeckt hatten, versuchten sie die Ägypter zu überreden, sie ihnen zu verkaufen. Als ihnen dies misslang, weil eine Gottheit weder ge- noch verkauft werden dufte, beschlossen die Griechen, die Tiere zu stehlen.

Die Römer priesen die Katze nur als Jäger, aber weder die Griechen noch die Römer verehrten sie als Göttin wie viele andere Völker in der Vergangenheit, oder andere Religionen und Kulturen, wie z.B. die Hindus. Auch heute noch muss ein guter Hindu mindestens eine Katze in seinem Leben ernähren.               

Römisches Mosaik (1Jh. v. Chr.)               

Japan:

Darstellung mit erhobener Pfote

Die Chinesen sprachen ihr 1000 v.Chr. göttliche Macht zu, ebenso die Japaner, die ihr das Jagen verboten. Erst 1620 nach 600 Jahren nach dem Erscheinen der Katze in Japan, wurde ihr erlaubt, frei zu jagen.

Zur gleichen Zeit wurde die Katze in anderen Teilen der Welt sehr hart behandelt, sie musste dafür büßen, dass viele heidnische Völker sie verehrt hatten.

Um 1200 v. Chr. fiel die Katze in Ungnade bei allen Menschen, die unter der Herrschaft der christlichen Kirche standen; sie wurde als Verkörperung des Heidentums, das die Kirche unerbittlich bekämpfte, verdammt.

Es ist schon Ironie, dass die Kirche zu Kampfmitteln griff, die der Heiden würdig gewesen wären, indem sie Magie und Religion vermischten - die einzige Art und Weise, das unwissende Volk zu beeindrucken -, den Glauben zu nähren und zu verbreiten, die Katzen seien in Tiere verwandelte Hexen, sie seien Geschöpfe der Hölle, mit dämonischen Kräften ausgestattet und müssten deshalb getötet werden. Arme Katzen ! Allein die Tatsache, dass die Augen der Katze im Dunkeln leuchteten, genügte den Machthabern, ihnen teuflische Macht zuzuschreiben! Und nicht nur die Katzen mussten einen hohen Preis zahlen: Vielen Frauen wurde der Prozess gemacht und sie wurden auf dem Scheiterhaufen als Hexen verbrannt; die einzige Anklage, welche die Opfer zu einem zu schrecklichen Tod verdammte, war der Besitz einer Katze. Wenn keine Frau da war, die wegen Hexerei angeklagt werden konnte, wurde einer Katze, der Prozess gemacht. Eine der ernstesten Folgen dieser Katzenverfolgung und Vernichtung war die Pest, welche damals die Bevölkerung Europas dezimierte. Sie wurde von den Ratten verbreitet, die sich unbehindert ausbrieten und vermehren konnten.  Erst nach der Französischen Revolution begann sich die Situation zu verändern; trotzdem nahmen die barbarischen Quälereien von Katzen kein Ende.

Die erste Stufe der Grausamkeit bei der Katzenquälerei

Wenn es genehm war, wurde die Katze paradoxerweise zur Verkörperung der Kirche, um die öffentlichen Verbrennungen zu rechtfertigen. Im katholischen England war die Katze das Symbol  des Protestantismus und im protestantischen England das Symbol des Katholizismus.              

Im 19. Jahrhundert wurden Katzen häufig für anatomische und physiologische Versuche benutzt. Selbst in unserem 20. Jahrhundert, in dem die Wissenschaft so fortschrittlich ist, daß sie viele Phänomene erklären kann, die man einst für übernatürlich hielt. Heute, wo wenig Raum für Aberglaube ist, glaubt man immer noch, dass schwarze Katzen Unglück bringen.

Für solchen Aberglauben gibt es keine Berechtigung: Die Genetik hat ein für alle Mal erklärt, daß eine Katze schwarz und nicht weiß geboren wird, weil ihre Gene das Kennzeichen schwarz tragen.

An alten Sitten und Gebräuchen wird lange festgehalten; die einzige erfolgversprechende Waffe dagegen ist die Erziehung. Man sollte deshalb die historischen Beweise dieser beiden Rollen sorgfältig untersuchen - von der Katze als Gottheit der Versöhnung und von der Katze als Inkarnation des zerstörerischen Bösen. Und doch haben diese beiden Rollen etwas gemeinsam: Jahrhunderte lang war der Katze ein bestimmtes magisches Wesen eigen. Wissenschaftliche Erkenntnis erlaubt uns, der Katze ihre magische Identität zu nehmen und ihr ihre wahre Würde zurückzugeben und sie als Tier anzuerkennen, das in den Straßen herumläuft und das geliebte Mitglied der Familie ist.

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