Sohn mittelloser Eltern aus der Südstaaten-Unterschicht ohne jede Schulbildung, Lehrling, dann als selbständiger Schneider geschäftlich erfolgreich. Unter allen amerikanischen Präsidenten ist Johnson eine der bemerkenswertesten, gleichzeitig eine der tragischsten Gestalten: Nach einer stürmischen politischen Karriere als Demokrat zum Gouverneur von Tennessee (1853 - 1857) aufgestiegen und anschließend in den Bundessenat gewählt, hielt er der Union, als sich der Süden unter Führung South Carolinas von ihr lossagte, als einziger Südstaaten-Repräsentant die Treue teils aus Loyalität gegenüber der Bundesverfassung, teils auch aus persönlichem Haß gegen die reiche Pflanzeraristokratie als treibende Kraft der Sezession. Um auch die Anhänger der Nordstaaten-Demokraten zu gewinnen und seine Wiederwahl zu sichern, trat Abraham Lincoln 1864 mit dem "Kriegsdemokraten" Johnson als Kanditen für die Vizepräsidentschaft an. Dieser erlangte so nach dem gewaltsamen Tod Lincolns überraschend die Präsidentschaft.
Auf diese Weise dazu berufen, nach dem Krieg die Einheit der Nation wiederherzustellen, bemühte sich Johnson, das Ansinnen der radikalen Republikaner auf Rache an den geschlagenen Konföderierten abzuwehren und übermäßige Demütigung zu vermeiden. Der Kongreß dagegen bestand darauf, den gewählten Abgeordneten der Südstaaten den Zutritt zu verweigern, die besiegten Staaten als unterworfenes Feindesland zu behandeln, ihren Bewohnern die Bürgerschaft und das Wahlrecht abzuerkennen. Um sich die Mehrheit zu verschaffen, setzte die radikal-republikanische Fraktion das Wahlrecht für Neger in den Sezessionsstaaten durch, während es im Norden nicht zugestanden wurde. Und um in Ihrem Sinne die Verfassung zu ändern, sorgte ihr Anführer Stevens dafür, einzelne Südstaaten unter der Bedingung zu rehabilitieren, daß sie den Gesetzesvorhaben der Republikaner zustimmen würden. Johnson stemmte sich mit Hilfe seines Vetorechts gegen solche Versuche, die Verfassung der Union auszuhebeln. Daraufhin überzog ihn die radikale Mehrheit mit einem Amtsenthebungsverfahren, das an der Stimme eines einzigen Senators scheiterte. Johnson konnte sich im Amt halten, hatte jedoch keinerlei Chance auf eine Wiederwahl und konnte den Rachefeldzug gegen die Bürger der ehemaligen Konföderation letztlich nicht abwenden.
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17. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika | |||||
| Regierungszeit: | 1865 1869 (zuvor Vizepräsident) | ||||
| Parteizugehörigkeit: | Republikaner (ursprünglich Demokrat) | ||||
| Heimatstaat: | North Carolina (Südstaat) | ||||
| Haltung zur Sklaverei: | pro (Sklavenhalter) | ||||
Sohn mittelloser Eltern aus der Südstaaten-Unterschicht ohne jede Schulbildung, Lehrling, dann als selbständiger Schneider geschäftlich erfolgreich. Unter allen amerikanischen Präsidenten ist Johnson eine der bemerkenswertesten, gleichzeitig eine der tragischsten Gestalten: Nach einer stürmischen politischen Karriere als Demokrat zum Gouverneur von Tennessee (1853 - 1857) aufgestiegen und anschließend in den Bundessenat gewählt, hielt er der Union, als sich der Süden unter Führung South Carolinas von ihr lossagte, als einziger Südstaaten-Repräsentant die Treue teils aus Loyalität gegenüber der Bundesverfassung, teils auch aus persönlichem Haß gegen die reiche Pflanzeraristokratie als treibende Kraft der Sezession. Um auch die Anhänger der Nordstaaten-Demokraten zu gewinnen und seine Wiederwahl zu sichern, trat Abraham Lincoln 1864 mit dem "Kriegsdemokraten" Johnson als Kanditen für die Vizepräsidentschaft an. Dieser erlangte so nach dem gewaltsamen Tod Lincolns überraschend die Präsidentschaft. Auf diese Weise dazu berufen, nach dem Krieg die Einheit der Nation wiederherzustellen, bemühte sich Johnson, das Ansinnen der radikalen Republikaner auf Rache an den geschlagenen Konföderierten abzuwehren und übermäßige Demütigung zu vermeiden. Der Kongreß dagegen bestand darauf, den gewählten Abgeordneten der Südstaaten den Zutritt zu verweigern, die besiegten Staaten als unterworfenes Feindesland zu behandeln, ihren Bewohnern die Bürgerschaft und das Wahlrecht abzuerkennen. Um sich die Mehrheit zu verschaffen, setzte die radikal-republikanische Fraktion das Wahlrecht für Neger in den Sezessionsstaaten durch, während es im Norden nicht zugestanden wurde. Und um in Ihrem Sinne die Verfassung zu ändern, sorgte ihr Anführer Stevens dafür, einzelne Südstaaten unter der Bedingung zu rehabilitieren, daß sie den Gesetzesvorhaben der Republikaner zustimmen würden. Johnson stemmte sich mit Hilfe seines Vetorechts gegen solche Versuche, die Verfassung der Union auszuhebeln. Daraufhin überzog ihn die radikale Mehrheit mit einem Amtsenthebungsverfahren, das an der Stimme eines einzigen Senators scheiterte. Johnson konnte sich im Amt halten, hatte jedoch keinerlei Chance auf eine Wiederwahl und konnte den Rachefeldzug gegen die Bürger der ehemaligen Konföderation letztlich nicht abwenden. | |||||
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