Sohn einer Mittelstandsfamilie; Jura-Studium in Yale und Oxford. William Jefferson Clinton war einer der jüngsten Präsidenten in der Geschichte der USA. Sein frisches Auftreten, Liberalität und wache Intelligenz unterschieden ihn wohltuend von seinen beiden Vorgängern, er erinnerte an John F. Kennedy, den er als Vorbild betrachtete. So wurde seine Wahl nach 12 Jahren „Reaganomics“, republikanischer Wirtschaftspolitik zugunsten der Reichen im Lande, mit großer Erleichterung und der Hoffnung auf soziale Reformen begrüßt. Als Gouverneur von Arkansas hatte er bereits seinen Heimatstaat wirtschaftlich nach vorn gebracht, und tatsächlich sollte er auch als Präsident in dieser Hinsicht nicht enttäuschen: Am Ende der zweiten Amtsperiode waren die Bundesfinanzen saniert, der Haushalt wies einen milliardenschweren Überschuß auf, die Arbeitslosenzahl war auf einem Tiefststand. Weniger erfolgreich war er dagegen bei der Umsetzung seines eigentlichen Sozialprogramms, gerade bezüglich einer allgemeinen Krankenversicherung für alle Bürger.
Außenpolitisch bemühte sich Clinton um ein gutes Verhältnis zu Rußland. Seine Vermittlung zwischen den Kriegsparteien in Jugoslawien war zunächst zögerlich, letztlich aber erfolgreich. Zeitweise schien er sogar den Nahostkonflikt zwischen Israel und den arabischen Nachbarn einer Lösung näherbringen zu können. Insgesamt darf man also von einer vergleichsweise gelungenen Präsidentschaft sprechen, die von einer positiven Stimmung in den USA selbst und von einem freundschaftlichen Verhältnis mit Europa begleitet war. Allerdings war die zweite Wahlperiode von einem privaten Skandal überschattet, der die Öffentlichkeit im Grunde gar nichts hätte angehen müssen, der von Presse und Republikanern aber in einer Weise aufgebauscht wurde, daß die Autorität des Präsidenten schwer beschädigt war und manche Reformvorhaben darüber in den Hintergrund gerieten: die Monica-Lewinsky-Affäre.
Die sexuelle Beziehung Clintons zu der Praktikantin im Weißen Haus wurde von der republikanischen Kongreßmehrheit und einer parteilichen Staatsanwaltschaft ausgenutzt, um ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anzustrengen. Obwohl die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande kam, stand Clinton für den Rest seiner Amtszeit einigermaßen düpiert dar. Die Affäre hat vermutlich sogar noch mit dazu beigetragen, daß sich Clintons Vizepräsident Al Gore bei der Präsidentenwahl des Jahres 2000 nicht klar gegen George Bush Junior durchsetzen konnte.
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42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika | |||||
| Regierungszeit: | 1993 2001 | ||||
| Parteizugehörigkeit: | Demokrat | ||||
| Heimatstaat: | Arkansas | ||||
Sohn einer Mittelstandsfamilie; Jura-Studium in Yale und Oxford. William Jefferson Clinton war einer der jüngsten Präsidenten in der Geschichte der USA. Sein frisches Auftreten, Liberalität und wache Intelligenz unterschieden ihn wohltuend von seinen beiden Vorgängern, er erinnerte an John F. Kennedy, den er als Vorbild betrachtete. So wurde seine Wahl nach 12 Jahren „Reaganomics“, republikanischer Wirtschaftspolitik zugunsten der Reichen im Lande, mit großer Erleichterung und der Hoffnung auf soziale Reformen begrüßt. Als Gouverneur von Arkansas hatte er bereits seinen Heimatstaat wirtschaftlich nach vorn gebracht, und tatsächlich sollte er auch als Präsident in dieser Hinsicht nicht enttäuschen: Am Ende der zweiten Amtsperiode waren die Bundesfinanzen saniert, der Haushalt wies einen milliardenschweren Überschuß auf, die Arbeitslosenzahl war auf einem Tiefststand. Weniger erfolgreich war er dagegen bei der Umsetzung seines eigentlichen Sozialprogramms, gerade bezüglich einer allgemeinen Krankenversicherung für alle Bürger. Außenpolitisch bemühte sich Clinton um ein gutes Verhältnis zu Rußland. Seine Vermittlung zwischen den Kriegsparteien in Jugoslawien war zunächst zögerlich, letztlich aber erfolgreich. Zeitweise schien er sogar den Nahostkonflikt zwischen Israel und den arabischen Nachbarn einer Lösung näherbringen zu können. Insgesamt darf man also von einer vergleichsweise gelungenen Präsidentschaft sprechen, die von einer positiven Stimmung in den USA selbst und von einem freundschaftlichen Verhältnis mit Europa begleitet war. Allerdings war die zweite Wahlperiode von einem privaten Skandal überschattet, der die Öffentlichkeit im Grunde gar nichts hätte angehen müssen, der von Presse und Republikanern aber in einer Weise aufgebauscht wurde, daß die Autorität des Präsidenten schwer beschädigt war und manche Reformvorhaben darüber in den Hintergrund gerieten: die Monica-Lewinsky-Affäre. Die sexuelle Beziehung Clintons zu der Praktikantin im Weißen Haus wurde von der republikanischen Kongreßmehrheit und einer parteilichen Staatsanwaltschaft ausgenutzt, um ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anzustrengen. Obwohl die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande kam, stand Clinton für den Rest seiner Amtszeit einigermaßen düpiert dar. Die Affäre hat vermutlich sogar noch mit dazu beigetragen, daß sich Clintons Vizepräsident Al Gore bei der Präsidentenwahl des Jahres 2000 nicht klar gegen George Bush Junior durchsetzen konnte. | |||||
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