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Altschwedisch (800 1500)
a) Runeninschrift aus Gripsholm (9./10. Jahrhundert)
überliefert auf "Ingvars Stein" aus der Wikingerzeit
(Umschrift in lateinischen Buchstaben)
Übersetzung:
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Tula lit raisa stain þinsat sun sin Haralt bruþur Inkuars, þaiR furu trikila fiari at kuli auk austarlarni kafu tun sunarla a Sirklanti. Tula (Frauenname) ließ diesen Stein errichten zum (Gedenken an) ihren Sohn Harald, den Bruder Ingvars. Sie fuhren tapfer in die Ferne nach dem Golde und gaben im Osten dem Adler (zu fressen, d.h. sie töteten viele Menschen). Sie starben im Süden, im Sarazenen-Land.
   
b) aus dem älteren Recht von Westergötland (um 1225)
Handschrift aus der Zeit um 1285 Übersetzung:
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Værþer maþer stolen, vrækær fiæt æptir, fællir i kæfti, fyrst skal by letæ. A grannæ skal kallæ. Þer skulu mæþ gangæ. Leþer eight fiæt or by, þa skal ranssakæ. Eig mughu grannær ranzsak syniæ. Grannær skulu i garþ gangæ þæs fyrst, ær næst ær grun a; han skal rum kallæ ok beþez ransak. Bonde skal eig ranssak syniæ, æn han ær sialvær hemæ. Han skal upp latæ sin invistærhus, þæt ær kornskyæmmæ ok matskæmmæ ok symnskæmmæ. Þe þry æru invistarhus. En annur hus, bæþi laþa ok nøþus, þæt heter uþus, þo at las se firi. Wird ein Mann bestohlen, folgt er der Spur nach, verliert er sie im Stall (?), soll er das Dorf durchsuchen. Er soll die Bewohner rufen. Diese sollen mitgehen. Leitet die Spur nicht aus dem Dorf (heraus), dann soll (man) Hausdurchsuchung (machen). Nicht dürfen die Bewohner die Durchsuchung verweigern. Die Bewohner sollen zuerst in den Garten dessen gehen, der dem Verdacht am nächsten ist; ihn soll man herausrufen und um Hausdurchsuchung bitten. Der Bauer soll die Durchsuchung nicht verweigern, wenn er selber daheim ist. Er soll seine Wohnräume auflassen (öffnen), das ist Kornkammer und Speisekammer und Schlafkammer. Die drei sind Wohnräume. Aber (auch) andere Häuser, beide (sowohl) Scheune als auch Viehstall, das heißt Außenhäuser, sei dort auch ein Schloß davor.
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Anmerkung zu den Übersetzungen:
Die Übersetzer waren bemüht, bei allen Texten so nah wie eben möglich am Original zu bleiben, d.h. auch – soweit dabei die Verständlichkeit der neuhochdeutschen Übertragung gewahrt bleiben konnte – den Wortlaut und die Wortstellung möglichst genau einzuhalten, um die Verwandtschaft des Wortschatzes und der Strukturen durchsichtig zu machen. Wir wissen wohl, daß es in modernen Bibeln "Führe uns nicht in Versuchung" heißt. Wenn aber in nordischen oder englischen Texten "leið" bzw. "lead" steht, schien uns die Übersetzung mit "leiten" erhellender zu sein. Es ging hier nicht darum, "schönes" Hochdeutsch zu schreiben oder Übersetzungskonventionen einzuhalten. Wo der nhd. Textsinn dadurch unklar werden konnte, sind Erläuterungen bzw. hinzuzudenkende Wörter in Klammern angeführt. Für Hinweise auf eventuelle Übersetzungsfehler sind wir jederzeit dankbar. Bitte hier klicken, um Mitteilung zu machen.

Hinweise zum leichteren Verständnis der Originaltexte:
Akzente auf Vokalen bedeuten, daß die jeweilige Silbe den Hauptton des Wortes trägt. Ein "Dach" (^) zeigt an, daß dieser Vokal lang zu sprechen ist; æ steht für den deutschen Umlaut ä, ø und œ für deutsches ö, skandinavisches å für einen offenen o-Laut (mit gerundeten Lippen). Das Thorn (groß Þ, klein þ) repräsentiert den stimmlosen englischen th-Laut (z.B. in "death"), ð stimmhaftes th wie in "that". In mehreren mittelalterlichen Texten ist u an manchen Stellen als u, an anderen als v zu lesen; entsprechend steht uu sehr oft, wie im englischen Buchstaben-Namen "double-U" noch erhalten, für das heutige w. Der letzte Hinweis gilt besonders für die altdeutschen und altniederländischen Texte.

 

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